Ärztenachfolge: Aigner würde jetzt anders vorgehen. Stadtchef gibt Fehler zu, aber im „Wettstreit der Euros“ wollte er nicht mitmachen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 09. Dezember 2020 (10:01)
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„Ich weiß, dass ich den Schwarzen Peter nicht mehr losbekomme. Ich würde heute bei den Gesprächen einiges anders machen als in den vergangenen Wochen und vor allem sicher nicht mehr alleine in solche Verhandlungen gehen, auch wenn das Gegenüber das wünscht. Dennoch kann ich in den Spiegel schauen. Bei dem Wettstreit der Euros mit den anderen Gemeinden will und kann ich als Bürgermeister der Stadt Scheibbs nicht mitmachen“, erklärt VP-Bürgermeister Franz Aigner der NÖN.

VP-Bürgermeister Franz Aigner würde heute in den Gesprächen einiges anders machen.
VP-Bürgermeister Franz Aigner würde heute in den Gesprächen einiges anders machen.

In Scheibbs gäbe es um die 30 Ärzte, das seien andere Voraussetzungen als etwa in St. Leonhard. „Dort kämpft man genau um eine Arztstelle. Bei uns stehen bei zahlreichen Fachärzten in den nächsten Jahren Übergaben oder Adaptierungsmaßnahmen der Ordinationen an. Wenn wir uns hier einseitig rauslehnen, ist der Aufschrei von Opposition oder auch anderen Scheibbser Wirtschaftstreibenden sicher nicht minder groß“, sagt Aigner. Zudem hätte man zu den mit SP-Fraktionsobmann Hans Huber abgesprochenen 10.000 Euro auch noch die normale Wirtschaftsförderung (Zinszuschuss) in Aussicht gestellt. Außerdem seien laut Informationen der Gemeinden zwar die Geräte und Ordinationsräumlichkeiten für Elke Müller kostenlos zu übernehmen gewesen, den Kundenstock hätte sie aber ablösen müssen.

Der Schritt von Elke Müller, nach St. Leonhard zu gehen, sei für Scheibbs bitter, aber zu akzeptieren. Jetzt gelte es, „nach vorne zu blicken und gemeinsam mit dem Land und den Ärzten nach Lösungen für eine weiterhin gute medizinische Versorgung in der Bezirkshauptstadt zu sorgen“, weiß Aigner. Denn aktuell sei natürlich eine gewisse Verunsicherung in der Bevölkerung gegeben. „Jeder will seinen Hausarzt haben. Das ist verständlich“, sagt Aigner.

Nicht gelten lässt Aigner allerdings den ebenfalls im Raum stehenden Vorwurf, er hätte das Anliegen nicht ernst genommen und keine eigene Stadtrats- oder Gemeinderatssitzung einberufen. "Es hat nie eine konkrete Zeitvorgabe gegeben. Für mich war daher klar, dass wir dies normal in der Stadtrats- beziehungsweise der Gemeinderatssitzung am 10. Dezember besprechen und dann gegebenenfalls auch entsprechende Beschlüsse fassen", sagt Aigner