AEV und GVU fusionieren sich. Alle Vorschreibungen aus einer Hand: Der Abgabeneinhebungsverband des Bezirks Scheibbs soll ab 1. Jänner 2020 mit dem Gemeindeumweltverband verschmelzen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 01. Mai 2019 (04:40)
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Mythos/Shutterstock.com
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Was im Melker Bezirk schon seit 25 Jahren gang und gäbe ist, wird ab 1. Jänner 2020 auch im Scheibbser Bezirk spruchreif: Der Abgabeneinhebungsverband (AEV) verschmilzt mit dem Gemeindeverband für Umweltschutz (GVU).

„Es macht einfach Sinn, hier Synergien zu nutzen – sowohl bei Vorschreibungen als auch bei Exekutionen wie natürlich auch beim Verwaltungsaufwand. Gerade die neue Voranschlags- und Rechnungsabschlussverordnung (VRV), die ab kommendem Jahr Vorschrift ist, verlangt immer mehr nach Spezialwissen. Da ist es gut, hier Experten am Werk zu haben“, ist AEV-Verbandsobfrau Bürgermeisterin Christine Dünwald-Specht aus Scheibbs überzeugt.

Aktuell gehören dem AEV, der seinen Sitz in Scheibbs hat, im Bezirk acht Gemeinden an: Scheibbs, St. Anton, Göstling, Oberndorf, Puchenstuben, Reinsberg, Steinakirchen und Wang. Der GVU umfasst dagegen alle 18 Bezirksgemeinden. Daher werden aktuell in allen Gemeinderäten des Bezirks Beschlüsse gefasst, die diese Verschmelzung zum Inhalt haben. Sobald dies erfolgt ist, wird der AEV im GVU aufgehen. Der letzte eigenständige Akt für den AEV wird der Rechnungsabschluss 2019 sein. Der Voranschlag für 2020 soll schon gemeinsam erfolgen. Die eineinhalb AEV-Mitarbeiter werden vorerst in Scheibbs bleiben. Die neue Abrechnungssoftware kommt aber vom GVU.

„Das ist jetzt ein Angebot für alle Gemeinden, ihre Abgabenabwicklung auch dem GVU zu übertragen. Dazu ist aber keine Gemeinde gezwungen. Bei vielen hängen daran ja auch Personalressourcen. Aber wenn man von Gemeindekooperationen spricht, dann muss man die in Zukunft auch entsprechend angehen und nutzen“, sagt Dünwald-Specht.

Über die künftige Obmann-Frage im GVU wird nach den Gemeinderatswahlen 2020 entschieden. Walter Brandhofer, geschäftsführender Gemeinderat in Purgstall, ist ja erst vor wenigen Wochen zum neuen GVU-Obmann gewählt worden.

Für die Bürger selbst ändert sich nichts, außer dass künftig alle Vorschreibungen – von den Müllgebühren über Kanal und Wasser bis hin zur Grundsteuer – über eine Stelle verrechnet werden. Zumindest in jenen Gemeinden, die ihre Abgabenabwicklung dem GVU übertragen. Und das könnten mit der Zusammenlegung durchaus mehr werden als die bisherigen acht.