AK Bilanz: Viel Geld und viel Beratung. Die AKNÖ holte für ihre Mitglieder im Scheibbser Bezirk 1,32 Millionen Euro an Entgeltansprüchen. Sie ist die erste Anlaufstelle bei Arbeits- und Sozialrechtfragen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 21. Februar 2018 (05:00)
Christian Eplinger
AKNÖ-Bezirksstellenleiter Helmut Wieser (links) und ÖGB-Regionalvorstandsvorsitzender-Stellvertreter Christian Fußthaler unterstreichen beim Bilanz-Pressegespräch die vielfältigen Aufgabenstellungen, mit denen die Experten der Arbeiterkammer befasst sind. „Wir sind Anlaufstelle in vielen Lebenslagen“, weiß Wieser.

Ein Dienstverhältnis, das im Krankenstand einvernehmlich aufgelöst wird. Oder noch schlimmer: Der Dienstnehmer wird bei Verdachtsfall eines länger drohenden Krankenstandes einfach bei der NÖGKK abgemeldet. „Leider kein Einzelschicksal – auch bei uns nicht, vor allem im Zusammenhang mit Arbeitskräfteüberlassungsfirmen“, weiß der Scheibbser Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Helmut Wieser.

1,32 Millionen Euro für Arbeitnehmer der Region erstritten

Dass den Betroffenen dabei viel Geld durch die Lappen geht, ist vielen gar nicht bewusst. „Bei der gesetzlichen Entgeltfortzahlung im Krankenstand müssen 100 Prozent vom Lohn oder Gehalt bezahlt werden. Beim Krankengeld der Gebietskrankenkasse steht einem aber nur der halbe Bezug zu“, erläutert Wieser und warnt daher, auf Drängen des Arbeitgebers einvernehmliche Auflösungen im Krankenstand zu unterschreiben.

Insgesamt hat die Bezirksstelle Scheibbs im Vorjahr 1,32 Millionen Euro für die Arbeitnehmer der Region erstritten. Das umfasst sowohl die Steuerrückholaktion wie den Konsumentenschutz. „Den größten Brocken mit rund 600.000 Euro machen sozialrechtliche Fragen aus“, erklärt Wieser. Punkto Arbeitsrecht werden rund zwei Drittel der Fälle nach Rücksprache mit der Wirtschaftskammer und den betroffenen Firmen außergerichtlich gelöst. Wieser: „Wir haben in unserer Region eine funktionierende sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit.“

Über 4.000 Beratungen in der Bezirksstelle

2017 haben sich 4.085 Menschen an die Bezirksstelle Scheibbs, die mit drei Vollzeit- und einer Halbtagskraft besetzt ist, gewandt. „Das zeigt, wie wichtig wir als Anlaufstelle in allen Lebenslagen sind“, sagt Wieser. „Egal ob es um Pensionen, den Ein- oder Wiedereinstieg ins Berufsleben oder den bevorstehenden Nachwuchs geht, die Menschen greifen gerne auf unser Wissen zurück“, verweist Wieser auf die zahlreichen Veranstaltungen der AK-Experten.

„Die Kammer bildet auch für die Betriebsräte eine wichtige Basis für deren Arbeit“, weiß der stellvertretende ÖGB-Regionalvorstandsvorsitzende und ZKW-Betriebsrat Christian Fußthaler. So gibt es gerade mit der Firma ZKW immer eigene Beratungstage rund um das Thema Karenz. „Das ist in einem Unternehmen wie dem unseren, das viele Frauen beschäftigt, natürlich ein spannendes Thema. 35 Teilnehmerinnen sind keine Seltenheit und für uns eine enorme Erleichterung, weil die Experten wirklich über alle Details Bescheid wissen“, sagt Fußthaler.

Ein Erfolg war die im Vorjahr erstmals in Wieselburg durchgeführte Pensionsveranstaltung mit 180 Teilnehmern. Großer Andrang herrscht regelmäßig auch an den Konsumentenschutzberatungen, die jeden zweiten Mittwoch in der Bezirksstelle stattfinden.