Autohauses Pruckner: Ex-Lehrling folgt seinem Meister. Scheibbs: Mit 1. Mai ging Herbert Pruckner (62) in Pension. Sein Nachfolger ist ein ehemaliger Lehrling von ihm: Manfred Aflenzer (41).

Von Christian Eplinger. Erstellt am 15. Mai 2020 (04:32)
Hofübergabe bei Skoda-Pruckner in Scheibbs. Nach 35 Jahren als „Chef“ übergab Herbert Pruckner (links) die Betriebsleitung des Autohauses samt Werkstätte in Scheibbs an seinen ehemaligen Lehrling Manfred Aflenzer (vorne). Die Geschäftsführer Harald Pruckner (links hinten) und Fritz Hinterberger (rechts) gratulierten.
Eplinger

Einen Generationenwechsel gibt es seit Monatsbeginn an der Spitze des Skoda-Autohauses Pruckner in Scheibbs. Der 41-jährige, gebürtige Göstlinger Manfred Aflenzer, der nun mit seiner Familie in St. Georgen/Reith lebt, folgt dem 62-jährigen Herbert Pruckner als Betriebsleiter.

Wenn privat die beiden neben 21 Lebensjahren auch der Umstand trennt, dass Pruckner Vater dreier Söhne und Aflenzer Vater dreier Töchter ist, so haben die beiden auch viel gemeinsam. Pruckner und Aflenzer sind gelernte KFZ-Mechaniker. Pruckner hat seine Lehrzeit bei Porsche Salzburg 1976 erfolgreich abgeschlossen. Aflenzer tat ihm das 22 Jahre später in Scheibbs gleich. Sein Lehrherr war Herbert Pruckner.

„Als Lehrling habe ich meinen Ausbildner gefragt, ob ich am Prüfstand arbeiten kann. Der hat mich rangelassen und ich habe viel gelernt.“Für Herbert Pruckner ist es wichtig, dass sich die Jugend etwas zutraut.

„Manfred war einer meiner rund 100 Lehrlinge, die ich in unserem Betrieb unter meinen Fittichen hatte. Er bringt damit die besten Voraussetzungen mit und war mein Wunschnachfolger“, lächelt Herbert Pruckner, für den die Lehrausbildung immer ein Herzensanliegen war. „Lehrlinge bilden das künftige Fachpersonal des Betriebs“, sagt Pruckner. 20 der aktuell 33 Mitarbeiter am Standort Scheibbs sind ehemalige Lehrlinge.

Pruckner selbst kehrte 1981 in den elterlichen Betrieb nach Randegg und Wieselburg zurück. 1982 folgte die Meisterprüfung, 1985 übernahm er die Standortleitung in Scheibbs. „Seit 1986 war ich auch Kommissionsmitglied bei den Gesellenprüfungen der Innung – 31 Mal als Vorsitzender“, erzählt Pruckner.

„Nebenbei“ auch noch Autos verkauft

Bis Ende der 90er-Jahre sei es als Standortleiter noch möglich gewesen, „nebenbei Autos zu verkaufen.“ Aber durch die ISO-Zertifizierung 1997 und spätestens mit dem Neubau der Skoda-Halle in Scheibbs 2004 war das Geschichte. „Da blieb fürs Verkaufen keine Zeit mehr“, weiß Pruckner, durfte sich aber in dieser Zeit um zweistellige Zuwachsraten des Scheibbser Betriebes freuen. „An den administrativen Teil meines neuen Jobs muss ich mich erst gewöhnen. Zum Glück hat mich Herbert in den letzten Jahren schon voll eingebunden, sodass ich der neuen Herausforderung freudig entgegenblicke“, sagt Aflenzer, der 2007 von der Werkstätte in den Kundenbereich gewechselt war und 2019 schließlich die Ausbildung zum Serviceleiter erfolgreich abschloss.

Auto-Leidenschaft & Motorsport im Blut

In seinem Herzen (und der Freizeit) bleibt Aflenzer Mechaniker. „Ich betreue Jürgen Halbartschlager bei Bergrennen“, sagt Aflenzer, der selbst viele Jahre lang im Motorsport bei Bergrennen als Fahrer aktiv und 2017 knapp fünf Monate Werkstättenleiter bei einem Rallye-WM-Team war. „Ein tolles Erlebnis“, erinnert er sich. Die Leidenschaft zu Autos hatte er schon in die Wiege gelegt bekommen: „Auch mein Vater war Mechaniker – von Kindheit an mein Wunschberuf.“

Motorsport ist ein weiterer Punkt, der Aflenzer mit Herbert Pruckner verbindet. „Auch ich bin zwischen 18 und 22 Jahren Autorennen gefahren – vor allem Autoslaloms, aber auch kleinere Rallyes. Aber noch mehr war ich mit den Skiern unterwegs“, sagt Pruckner, der nach wie vor leidenschaftlicher Berg- und Skitourengeher ist.

Seinem ersten großen Pensionsplan machte Corona allerdings einen Strich durch die Rechnung. Herbert Pruckner wäre im Sommer mit seiner Frau Christine von Denver über die Rocky Mountains nach San Francisco getrampt. „Das haben wir jetzt mal auf nächstes Jahr verschieben müssen“, bedauert Pruckner und bedankt sich zum Abschluss bei allen Kunden und Mitarbeitern seiner Ära: „Deren Zufriedenheit war mir immer ein Herzensanliegen.“ Ein wichtiger Punkt, den auch Manfred Aflenzer beibehalten will.