Das „Gedächtnis der Stadt“ ist tot: Johann Eckel. Scheibbs trauert um Kulturpreisträger Johann Eckel, der am vergangenen Dienstag im 90. Lebensjahr verstorben ist.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 25. März 2020 (18:44)
Johann Eckel, 5. Dezember 1930 bis 24. März 2020.
NLK/Archiv

Vor dem Scheibbser Rathaus weht die Schwarze Flagge. Die Bezirkshauptstadt trauert um Oberschulrat Johann Eckel, der am Dienstag im 90. Lebensjahr verstorben ist. Johann Eckel war Lehrer und Stadtarchivar und hat sich in beiden Bereichen große Verdienste erworben.

Als Lehrer hat er die landwirtschaftliche Berufsschule geleitet und sich vor allem beim Aufbau der polytechnischen Schule in Scheibbs einen Namen gemacht. Er bezeichnete selbst diese Zeit als einen seiner „beruflichen Lebensschwerpunkte“. Als Lehrer war er überaus beliebt und auch später als Direktor des Poly Scheibbs ließ er nie den Kontakt zu den Schülern abreißen.

Daneben war Eckel seit 1956 im Scheibbser Kirchenchor und als Leiter von vielen VHS-Kursen (Steno, Maschinschreiben, Buchhaltung) aktiv. 1995 begann er seine Tätigkeit als Stadtarchivar, die er bis 2009 ausüben sollte. Dann übergab er an Johann Schagerl. Eckel wurde so zum „Gedächtnis der Stadt“. Am Anfang von der Außenwelt fast unbemerkt wurde dies immer mehr wertgeschätzt.

Auf Eckel geht auch die Initiative zum Umbau des Scheibbser Stadarchivs zurück. 2002 erhielt er für seine Verdienste um das Stadtarchiv den Kulturpreis der Stadt, 2010 zu seinem 80er den Silbernen Ehrenring. 2012 wurde er mit der Medaille für die Verdienste für das NÖ Archivwesen ausgezeichnet und 2014 erhielt er vom Polytechnischen Arbeitskreis für NÖ die Goldene Medaille „Summa cum laude“.

Eckel hinterlässt eine große Familie. Mit seiner Frau Maria Magdalena hat er fünf Kindern das Leben geschenkt und erfreute sich an zwölf Enkelkindern.

Am 31. März gibt es von 9.30 bis 12 Uhr die Möglichkeit, sich in der Friedhofskapelle von Johann Eckel zu verabschieden (CoVid-19-Maßnahmen beachten). Die Einsegnung findet im engsten Familienkreis statt.