Ein wahrer Freund ist plötzlich nicht mehr. Mit Walter Ernst verlor Scheibbs einen ganz besonderen und engagierten Menschen – mit 58 Jahren viel zu früh und plötzlich.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 15. Mai 2020 (07:59)
Walter Ernst – so wie ihn die Menschen kannten: mit einem Lächeln im Gesicht.
privat

Ja vielleicht konnte Walter Ernst auch mal grimmig schauen, aber die meisten kannten ihn mit einem Lächeln im Gesicht. Walter Ernst war eine Frohnatur und ein Optimist, ein Mann, mit einem unglaublichen Engagement und vor allem für sehr viele ein guter Freund. Am 10. Mai riss ihn ein Krebsleiden viel zu früh im Alter von 58 Jahren aus dem Leben. Walter Ernst hinterlässt seine Frau Michaela sowie ihre drei gemeinsamen Töchter Daniela, Christina und Verena.

Geboren 1962 in Vöcklabruck als Sohn des Mediziners Walter und dessen Gattin Edith Ernst übersiedelte die Familie zwei Jahre später nach Wien und 1971 schließlich nach Wiener Neustadt, wo Walters Vater eine Ordination betrieb. Auch Walter versuchte sich nach der Matura im Gymnasium an der Uni. Doch weder das Medizin- noch das Jus-Studium konnten ihn so richtig begeistern.

Dafür umso mehr seine spätere Frau Michaela, die er 1983 beim HAK-Ball in Wiener Neustadt kennen und danach lieben lernte. 1989 wurde geheiratet und die beiden übersiedelten nach Scheibbs. Walter hatte seine Bestimmung gefunden und erlernte den Beruf des Uhrmachermeisters in Karlstein und war im Geschäft seines Onkels tätig. Als dieser 1998 in Pension ging, übernahm Walter Ernst das traditionsreiche Uhren- und Schmuckgeschäft in der Scheibbser Hauptstraße und führte es bis zuletzt erfolgreich weiter.

Die Liebe zum Meer und zu seiner Stadt Scheibbs

2018 folgte ein schwerer Schicksalsschlag. Walters „kleine“ Schwester Sigrid verstarb mit 54 Jahren an Krebs. Trost war ihm dann die kleine Tochter seiner Nichte, Svea-Marie, die er zuletzt Corona bedingt viel zu selten sah.

Privat liebte er das Meer (Lieblingsurlaubsland Kroatien), segelte gerne, war ein sehr geselliger Mensch und stand jedem, der ihn brauchte, hilfsbereit zur Seite. Aber auch für seine Heimatstadt Scheibbs zeigte er seit vielen Jahren großes Engagement. Seit den Anfängen war er an führender Stelle bei der Werbegemeinschaft Scheibbs tätig, zuerst unter Obmann Eric Krammer, zuletzt selbst als Obmann gemeinsam mit seinem Freund Ralph Leichtfried.

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Beim Verein scheibbs.impuls.kultur wirkte er bis zum Vorjahr in zweiter Reihe tatkräftig mit und brachte seine Ideen ein. Nach dem Ableben von Raimund Holzer wurde Walter zur großen Stütze des Vereins, rückte in den Vorstand auf und war vor allem organisatorisch nicht mehr wegzudenken. „Keine Veranstaltung ohne Walter“, erinnert sich seine Gattin Michaela, die seit Vereinsgründung im Vorstand vertreten war.

Wie es im Verein scheibbs.impuls.kultur und im Geschäft von Walter Ernst weitergeht, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Geplant ist, dass die jüngste Tochter Verena das Geschäft, das seit über 100 Jahren in Familienbesitz ist, weiterführen wird. In den vergangenen Tagen stand aber die Trauerarbeit im Mittelpunkt. 

Walter Ernst wird am Dienstag im Familienkreis am Scheibbser Friedhof bestattet. Von 9.30 bis 12 Uhr besteht in der Friedhofskapelle die Möglichkeit, sich von Walter Ernst zu verabschieden. Am Sonntag, 17. Mai, wird um 19 Uhr für Walter Ernst in der Pfarrkirche gebetet. Aufgrund der Covid-Einschränkungen dürfen nur 80 Personen in der Kirche Platz nehmen.