„Epidemieärzte“ helfen an vorderster Front. Neben Amtsärzten sorgen während Coronakrise „Epidemieärzte“ für medizinische Sicherheit.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 16. Dezember 2020 (17:59)

Für Amtsärztin Dr. Barbara Eppensteiner waren und sind die Monate der Coronapandemie sehr herausfordernd. Fast kein Arbeitstag vergeht, an dem im Krisenstab der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs nicht medizinisches Fachwissen gefragt ist. „Die Belastung während dieser Pandemie ist für viele im Team der Bezirkshauptmannschaft und natürlich auch für mich wirklich oft extrem. Man weiß ja manchmal wirklich nicht, was man zuerst machen soll, denn dringende weitere amtsärztliche Aufgaben müssen auch erledigt werden“ erklärt Eppensteiner gegenüber der NÖN.

Doch sie ist mit ihrer medizinischen Expertise in dieser Phase auf der Bezirkshauptmannschaft nicht alleine. Seit Beginn werden die Amtsärzte von „Epidemieärzten“ unterstützt. In Scheibbs ist dies etwa auch Dr. Georg Misof, Facharzt für Anästhesie. Misof war 25 Jahre lang in Scheibbs tätig, zuerst im Landesklinikum, dann machte er sich als mobiler Facharzt selbstständig. Inzwischen ist er in Waldhausen im Strudengau ansässig. Seine Verbindung zu Scheibbs hat er aber nie verloren. Und diese brachte ihn ab März auch auf die Bezirkshauptmannschaft Scheibbs. „Ich war über den Winter gerade in Tirol tätig, als die Epidemie ihre Anfänge nahm, und mir war schnell klar, dass dies keine einfache Sache wird. Als mich dann der Bezirkshauptmann kontaktierte, brauchte ich nicht lange überlegen. Ich wollte mithelfen“, schildert Georg Misof im NÖN-Gespräch.

„Sind da, wenn es heikle Fragen zu klären gibt“

Mittlerweile ist er das zehnte Monat in Scheibbs mit im Team. Er berät überwiegend das Team zwei des Scheibbser Krisenstabs und ist vor Ort, wenn Barbara Eppensteiner es nicht ist. Wobei sich das Vor-Ort-Sein in den Monaten gewandelt hat. War es in der ersten Welle wirklich persönliche Präsenz in Scheibbs, so arbeitet er seit Sommer meist im Homeoffice. „Das meiste geht telefonisch oder per Mail zum Abklären. Das ist für mich natürlich ein großer Vorteil. Von Zeit zu Zeit kommen wir aber zu Besprechungen im Krisenstab auch persönlich zusammen, wobei natürlich auf die strikte Einhaltung der Abstandsregelungen geachtet wird“, sagt Misof, der vor allem auch am Wochenende im Einsatz ist.

Und was machen die Mediziner im Krisenstab überhaupt? „Wir sind da, wenn es heikle medizinische Fragen gibt oder wenn unsere Expertisen und Einschätzungen gefragt sind“, erklärt Misof. Gerade beim Contact Tracing braucht es immer wieder mal eine medizinische Aufklärung. „Die meisten Fälle stufen die Contact Tracer selbstständig ein. Aber manchmal ist es eine heikle Sache. Da kommen wir ins Spiel. Oder auch, wenn sich Personen uneinsichtig zeigen. Als Mediziner gelingt es uns dann doch meistens, mit unserem Wissen auf positivem Weg zu überzeugen“, schildert Misof.

Seit Kurzem hat auch Dr. Georg Misof weitere Unterstützung. Denn neben Dr. Ursula Barth, Ärztin für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin, ist mit dem Scheibbser Anästhesisten Dr. Andreas Schachner ein weiterer Epidemiearzt mit an Bord. „Es können gar nicht genug Experten mit im Team sein“, sagt Misof.