Erlaufbrücke: Der Umsetzung einen Schritt näher. Wasserrechtlich ist Brandstatt-Kraftwerk verhandelt. Nadelöhr beim Keramikmuseum soll entschärft werden.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 06. Dezember 2018 (05:47)
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Christian Eplinger

Die Erlaufbrücke beim Keramikmuseum verbindet den Ortsteil Heuberg mit dem Scheibbser Gewerbegebiet. Eine Brücke, die nicht nur wegen ihrer Einspurigkeit immer wieder zu Problemen und Verkehrsbehinderungen führt.

Auch die Einbindung in die Eisenwurzenstraße ist (vor allem im Winter) nicht optimal. Zudem nagt der Zahn der Zeit an der Brücke. Sanierungskosten von 10.000 Euro stehen praktisch alljährlich auf der Tagesordnung.

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Im Zuge des von der EVN geplanten Kraftwerksneubau in Brandstatt/Heuberg könnte die alte, einspurige Brücke bei der ehemaligen Scheibbser Keramik (heute Keramikmuseum) durch eine neue, zweispurige Brücke ersetzt werden. Diese würde rund fünf Meter nach der Staustufe neu errichtet werden. Das Kraftwerk selbst samt Staustufe wird von der EVN ebenfalls um 4 Millionen Euro völlig erneuert.
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Als die EVN daher vor etwas mehr als einem Jahr mit dem Anliegen, ihre dortige Wehranlage samt Kraftwerk zu erneuern, bei der Stadtgemeinde vorstellig geworden ist, hat diese die Chance beim Schopf ergriffen.

„Es wird ein gemeinsames Projekt von EVN und der Stadtgemeinde, wobei unser Kostenanteil rund 1,2 Millionen Euro ausmachen wird“, erläutert Stadtamtsdirektor Gerhard Nenning, wobei das Land schon eine Unterstützung mündlich zugesagt hat.

„Dieses gemeinsame Projekt von EVN und Stadtgemeinde bringt eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“ Gerhard Nenning

Für die EVN bedeutet dieses Vorhaben eine Verdreifachung der Leistung des dortigen Kraftwerks von 185 kW auf 660 kW, wobei auch die Gebäude am linken Erlauf ufer erneuert werden.

„Wir werden insgesamt rund 4 Millionen Euro in dieses Projekt investieren und erhoffen uns dadurch einerseits eine Erzeugungssteigerung von derzeit 1,4 GWh auf 3,3 GWh sowie deutlich geringere Betriebskosten durch moderne Ausstattung und Fernsteuerung“, erläutert EVN-Pressesprecher Stefan Zach. Einher gehen mit der Modernisierung der Einbau neuer Fischauf- und -abstiegshilfen sowie eine lokale Verbesserung der Hochwassersituation. Inzwischen ist das Projekt wasserrechtlich verhandelt.

„Es gab keinerlei Probleme, weil die Anrainer von Beginn weg in die Überlegungen eingebunden waren“, schildert Nenning. 2019 geht es an die Ausarbeitung der Detailpläne für die verkehrsrechtliche Verhandlung nach dem Straßenbaugesetz. Außerdem wartet die EVN auf den Fördervertrag für die Sanierung. „Den erhoffen wir bis Frühjahr 2020 in den Händen zu halten, sodass wir unmittelbar danach mit dem Bau beginnen können“, sagt Zach.