EVN-Kraftwerk: Die Gebäude sind weg. Die beiden Gebäude am linken Erlaufufer beim EVN Kraftwerk Brandstatt abgebrochen. Zukunft der alten Brücke ungewiss.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 09. Juni 2020 (15:27)
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Zufrieden blickt Martin Scharschnig, Projektleiter der EVN, bei der Baustelle des Kraftwerks Brandstatt/Heubergbrücke auf den Monat Mai zurück. Die Abbrucharbeiten am Gebäude am linken Ufer sind planmäßig fertiggestellt. In den letzten Wochen arbeitete die Baufirma mit einem speziellen Bagger mit Fräsaufsatz die Baugrube für die Brückenpfeiler am rechten Ufer aus dem Felsen heraus.

Dabei sorgten die starken Regenfälle im Mai für manch brenzlige Situation. „Durch die im Oberlauf der Erlauf befindlichen Speicher der evn naturkraft konnte die stark gestiegene Wasserführung der Erlauf aber insoweit zurückgehalten werden, dass eine Überflutung und Unterbrechung der Baustelle in diesem Bereich vermieden werden konnte“, erklärte EVN-Pressesprecher Stefan Zach.

Christian Eplinger, EVN

Für die nächsten Wochen ist geplant, die Brückenpfeiler für die neue Heubergbrücke, die im Zuge des EVN-Kraftwerksprojektes von der Stadtgemeinde Scheibbs errichtet wird, am rechten Ufer herzustellen.

Während die Bauarbeiten für das Kraftwerk und die neue Heubergbrücke weitergehen, ist die alte Heubergbrücke seit Baustellenbeginn gesperrt. Ihre Zukunft ist nach wie vor ungewiss. Etliche Scheibbser wünschen sich, dass die alte Brücke als Aussichtsplatz bestehen bleibt. „Darüber werden wir uns in den zuständigen Ausschüssen und im Gemeinderat zu gegebener Zeit unterhalten“, sagt VP-Bürgermeister Franz Aigner.

Die Heubergbrücke in Scheibbs ist aber durchaus eine Brücke mit Geschichte. Die Brückenverbindung selbst ist über 200 Jahre alt und ist unter anderem 1872 in der Franzisco-Josephinischen Landesaufnahme dokumentiert. Sie ist Teil eines historischen Ensembles mit dem heutigen Kreamikmuseum. Gleichzeitig ist die einspurige Holzbrücke, wie sie heute noch besteht, ein Werk aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Mai und Juni 1943 wurden Gefangene für den Neuaufbau der Brücke eingesetzt, wie Dokumente aus dem Scheibbser Stadtarchiv belegen.

Übrigens: Aufgrund der aktuellen Baustellensituation bleibt das Scheibbser Keramikmuseum im Juni noch geschlossen und wird erst mit 1. Juli öffnen.