Gerhard Resch: „Ich habe meinen Beruf geliebt“. Mit 1. Jänner übergibt Gerhard Resch sein Radiologie-Institut in Scheibbs an seinen bisherigen Partner Gottfried Hopf und geht in „Teil-“Pension.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 31. Dezember 2020 (14:14)
Mit 1. Jänner übergibt Dr. Gerhard Resch (links im Bild) das Institut für Radiologie in Scheibbs, das er vor 25 Jahren aufgebaut hat, an Dr. Gottfried Hopf. In den 25 Jahren hat sich die Radiologie grundlegend verändert. Eigene Bilder gibt es fast nicht mehr. „Heute läuft alles digital ab“, schildert Gerhard Resch im NÖN-Gespräch. 
Eplinger

Wenn man in der Region an Radiologie oder Mammografie denkt, dann denkt man automatisch auch an Dr. Gerhard Resch. Im Oktober 1995 hat der gebürtige Ybbser, der inzwischen in Marbach an der Donau wohnt, die kleine Radiologie-Praxis in der Scheibbser Flecknertorgasse übernommen. „Ich war damals Oberarzt der Radiologie im Amstettner Krankenhaus und wollte mich einfach selbstständig machen. Das war aber zu Beginn kein Honiglecken. Die alte Praxis war relativ beengt, nicht barrierefrei und hatte nur einen Patientenstock von rund 2.500 Personen. In den ersten beiden Quartalen hab ich mir schon einige Male gedacht, was hast du dir da angetan“, erinnert sich Gerhard Resch im NÖN-Gespräch zurück an die Anfänge.

Doch mit der Ordination ging es rasch bergauf und 1997 entschloss sich Resch nach Vermittlung durch den damaligen RotKreuz-Bezirksstellenleiter und Bezirkshauptmann Berthold Panzenböck, in der Rutesheimerstraße, direkt neben dem Roten Kreuz, ein neues Institut zu bauen. Im April 1998 hat er dieses Institut mit vier Röntgenassistentinnen und zwei Sekretärinnen sowie einem neuen Kassenvertrag für CT-Untersuchungen eröffnet.

„Mein Institut war und ist auch mein Lebenswerk. Ich würde heute nichts anders machen und wieder denselben Weg einschlagen.“ Gerhard Resch

In diesen über 20 Jahren hat sich viel verändert – nur die Gebäudehülle blieb praktisch unverändert. „Wir haben damals schon mit Weitsicht geplant. Die Geräte haben wir mittlerweile mehrmals erneuert und modernisiert. Auch das Personal ist immer mehr geworden. Aktuell beschäftigen wir 21 Mitarbeiterinnen. Gleiches gilt für die Patientenanzahl. Mittlerweile betreuen wir pro Jahr rund 30.000 Patienten“, schildert Resch, der 2007 sein Institut in eine Gruppenpraxis umgewandelt hat. Seit 2016 sind der Am stettner Dr. Gottfried Hopf und seit April 2019 Dr. Bogdan Petre seine Partner.

„Der Zeitpunkt der Übergabe wurde so gewählt, dass Dr. Hopf das Institut langfristig und nach seinen Vorstellungen führen kann"

Mit 1. Jänner 2021 – einen Tag vor dem 61. Geburtstag von Gerhard Resch – wird Dr. Gottfried Hopf das Institut übernehmen. „Der Zeitpunkt der Übergabe wurde so gewählt, dass Dr. Hopf das Institut langfristig und nach seinen Vorstellungen führen kann. Ich werde aber vorerst sicher noch mithelfen, zumindest so lange, bis ein dritter Partner gefunden ist. Aber das ist jetzt in Coronazeiten sehr schwierig“, sagt Gerhard Resch, der mit einem weinenden Auge in („Teil-“)Pension geht. „Ich habe meinen Beruf immer geliebt und liebe ihn nach wie vor. Mein Institut war und ist ein wenig auch mein Lebenswerk. Ich würde auch heute nichts anders machen und wieder denselben Weg einschlagen“, betont Resch, dem neben aller technischen Weiterentwicklung in seinem Institut (modernste Ausstattung, besonders strahlungsarme Geräte, Digitalisierung und vieles mehr) der Kontakt mit den Patienten immer ein ganz wichtiger Faktor gewesen ist. „Mir war es immer ein Anliegen, den Leuten ihren Befund persönlich in verständlicher Weise zu erklären. Das haben meine Patienten auch immer geschätzt“, weiß Resch.

Gottfried Hopf will diesen Weg auch in Zukunft fortführen. „Wir wollen das Institut im Sinne von Gerhard weiterführen und wie bisher die kompetente Anlaufstelle in Sachen Radiologie sein“, sagt Hopf, der vor seinem Einstieg in Scheibbs mehrere Jahre als freier Radiologe in Niederösterreich und Oberösterreich gearbeitet hat.

Fliegen, Tennis und Klavier spielen

Und selbst wenn Gerhard Resch noch an seinem Institut hängt, schmiedet er schon Pläne für seine Zukunft als Pensionist. „Ich habe 2018 den Pilotenschein gemacht. Das Fliegen ist ein ganz großes Hobby von mir. Jetzt will ich noch den Instrumenten-Flugschein machen. Daneben spiele ich gerne Tennis, liebe die klassische Musik und will wieder mehr Klavier spielen. Also fad wird mir schon nicht werden“, lächelt Resch.