Hochdruckreiniger mitgenommen: „Dachten ist Sperrmüll“. Ungarische Sperrmüllsammler nahmen kurz abgestellten Hochdruckreiniger mit.

Von Karin Katona. Erstellt am 30. Juni 2018 (05:00)
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shuterstock.com/ Evlakhov Valeriy

Sie seien einem Irrtum aufgesessen, beteuerten zwei Ungarn, die auf einer Sperrmüll-Sammeltour im vergangenen April einen auf einem Privatgrundstück abgestellten Hochdruckreiniger „aufsammelten“, vor dem Bezirksgericht Scheibbs.

Die Besitzer des Hauses, vor dem das Gerät stand, hätten auf Anläuten nicht reagiert, ein vorüberlaufender Jogger sowie ein Nachbar hätten auf Anfrage bestätigt, dass sie den Hochdruckreiniger mitnehmen könnten, erklärten die Männer, die in Ungarn wohnhaft sind, der ungarischen Dolmetscherin. Dennoch bekannten sich beide als „teilweise schuldig“: „Es ist unabsichtlich passiert. Wenn wir das Gerät stehlen hätten wollen, wären wir nicht weiter in Scheibbs herumgefahren. Und wir hätten es nicht offen eingeladen, sondern im Auto versteckt.“

Argumente, die Bezirksrichter Oliver Baumschlager so nicht gelten ließ: „Wenn ich etwas mitnehmen möchte, muss ich vorher den Besitzer fragen und nicht irgendwelche Nachbarn.“ Die Zeugin, die den Hochdruckreiniger von einer Scheibbser Firma entlehnt und kurz vor ihrem Haus abgestellt hatte, zeichnete ein anderes Bild: „Ich wollte das Gerät hinter dem Haus anschließen. Als ich zurückgekommen bin, war es nicht mehr da. Auch die Nachbarn haben gesagt, sie hätten nichts gesehen.“

Der Richter erklärt die Angeklagten für schuldig und verhängt angesichts deren eingeschränkter Verhältnisse die Mindest-Geldstrafe von 160 Euro.