Das Comeback der Open Air-Bühne

Mit einem tollen Eröffnungskonzert der Intertonale#6 feierte Scheibbs das Comeback der Kultur. Lylit spielte sich in die Herzen.

Erstellt am 11. Juli 2021 | 20:46

Das Strahlen im Gesicht von Hauptorganisator Gerald Zagler wollte am Samstagabend gar nicht enden. Zum sechsten Mal veranstaltet der Proberaum Scheibbs die Interonale, das Seminar und Festival für Musik. Nach fünfjähriger Stille ließ man 2016 erstmals den Geist der Scheibbser Jazzwochen, die zuvor 24 Jahre lang hindurch den Sommer in Scheibbs prägten, wieder aufleben. Auf neue, moderne, aber nicht minder erfolgreiche Art.

Auch für die sechste Auflage haben Zagler und Co. hochkarätige Referenten nach Scheibbs locken können. Die Seminare waren bereits im März nach nur zwei Wochen ausgebucht (über 50 Teilnehmer). „Das zeigt, wie hungrig die Künstler und Musiker nach Kulturerlebnissen sind“, sagt Zagler und freut sich, Teilnehmer aus Österreich, der Schweiz, Slowenien und Deutschland in Scheibbs begrüßen zu können. Neben Hobby- und Profimusiker nützen auch viele Musikstudenten die Gelegenheit, Workshops und Seminare bei absoluten Top-Stars der modernen Musikszene besuchen zu können. Auch das Interesse für die parallel stattfindenden Aktionstage vom Proberaum Scheibbs ist groß.

Zur Eröffnung der Intertonale#6 gab es ein famoses Open Air-Erlebnis mit Rojin Sharafi und Lylit sowie der Intertonale-Band am Scheibbser Rathausplatz. Zuerst legte die aus Teheran stammende und in Wien lebende Tonkünstlerin Rojin Sharafi einen fast halbstündigen Ton- und Klangteppich über den Scheibbser Rathausplatz. Danach gehörte die Bühne Lylit, ihrer Stimme und ihrem Klavier. Emotionen, Ausdruckskraft und ihre unverkennbare Soul-Stimme machten das Eröffnungskonzert zu einem absoluten Erlebnis.

„Ich kann euch gar nicht sagen, wie schön es ist, wieder live zu spielen und dabei auch nicht in vermummte Gesichter zu blicken. Auch ich habe es während der Pandemie mit Online-Konzerten versucht. Mein Urteil auf gut wienerisch: Ja, eh. Aber dieses Live-Erlebnis kann nichts ersetzen. Ihr gebt mir so viel Kraft und Energie“, dankte Lylit dem Publikum und spielte neben ihrer Hits auch erste Lieder ihres neuen Soloalbums, an dem sie gerade arbeitet. „Ein echte Uraufführung sozusagen. Das hat noch niemand zu hören bekommen“, lächelte Lylit alias Eva Klampfer, deren Musik sie schon in die USA und wieder zurück nach Österreich geführt hat. 2019 veröffentlichte sie die EP „Aurora“ und das Album „Inward Ooutward“ wo sie zuletzt auch für Conchita Wurst ein Album komponierte.

Uraufführungen beziehungsweise einmalige Klangerlebnisse gab es aber auch zu bekannten Liedern von Lylit. Denn erneut schrieb Arnold Zamarin wieder eigene Arragenments für die Songs von Lylit, die von der eigens zusammengestellten Intertonale-Band intoniert wurden.

Wer jetzt noch mehr hören will: Jeden Tag gibt es bis Donnerstag eine Abendsession in der Kletterhalle der SMS Scheibbs (täglich ab 20 Uhr) und am Freitag das Abschlusskonzert. www.intertonale.at