Scheibbs ist eh ok, aber...

Erstellt am 01. April 2022 | 06:53
Lesezeit: 5 Min
91 Prozent der Scheibbserinnen und Scheibbser fühlen sich in ihrer Heimatgemeinde eigentlich sehr wohl, aber nur knapp über 35 Prozent sehen Scheibbs als Gemeinde mit Zukunft. Das soll sich nun ändern. Der Stadtentwicklungsprozess und die Entwicklung einer Stadtmarke geht in die nächste Phase - und möglichst viele Scheibbserinnen und Scheibbser sollen mitmischen.
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670 Scheibbserinnen und Scheibbser sowie 543 Menschen aus dem Bezirk haben bei der großen Fragebogenaktion von November bis Jänner ihre Meinung über und Haltung zur Stadt Scheibbs abgegeben. Am Donnerstagabend präsentierte Christina Fuchs von NÖ-Regional im vollen kultur.portal die Ergebnisse dieser Umfrage. Und das brachte eines deutlich ans Tageslicht: Grundsätzlich fühlen sich die Scheibbser wohl in ihrer Gemeinde, wohnen hier gerne und empfinden vieles als schön. 

"Es passt also, ist eh ok. Warum also was tun?", fragte Sarah Helm, Projektleiterin von der Purgstaller Agentur Petrichor, die den Stadt- und vor allem den Markenentwicklungsprozess extern begleitet, provokant ins Publikum. "Wir müssen was tun, weil nur knapp über 35 Prozent Scheibbs als Gemeinde der Zukunft sehen - und das ist erschreckend", rüttelte Helm auf. 

Genau da setzt die erste Phase des vierjährigen Stadtentwicklungsprozesses "Scheibbs XL" an. "Heuer sollen das Leitbild und die Stadtmarke entwickelt werden. In den nächsten drei Jahren erfolgt dann die darauf aufgebaute Umsetzung der einzelnen Maßnahmen und Projekte", erklärte Christina Fuchs.

Aber genau zu dieser Entwicklung der Stadtmarke und des Leitbildes braucht es "Scheibbser Mitmischer". "Die Marke ist die Identität der Stadt, das Bauchgefühl zur Stadt. Hier wollen wir definieren, was wir in den Mittelpunkt stellen, was Scheibbs einzigartig machen soll. Denn Durchschnitt und Städte zum Leben oder Wohlfühlen gibt es schon jede Menge", erklärte Brigitte Maier, Geschäftsführerin der Agentur petrichor. "Und das bedeutet auch, dass eine Marke heißt, sich mutig in eine Schublade hineinstecken zu lassen und mutig die Konsequenzen daraus abzuleiten", ergänzte ihr Co-Geschäftsführer Johannes Woller.

Mitmischer-Büro eröffnet

Um viele Scheibbserinnen und Scheibbser auf diesem Weg der Entwicklung der Stadtmarke möglichst niederschwellig mitzunehmen, gibt es seit heute Freitag das Mitmischer-Büro in der Gamingerstraße 5 (direkt gegenüber der Stadtmole). Dieses hat bis Juli jeden Dienstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 9 bis 11 Uhr geöffnet. "Hier kann man seine Ideen, Meinungen, Gedanken und Wünsche deponieren. Jede und jeder hat die Möglichkeit zum Mitgestalten", erklärt Sarah Helm und hofft auf regen Besuch und Austausch. 

Drei erste Beispiele für mögliche Konzeptrichtungen werden dort ebenfalls bereits präsentiert - "wobei noch völlig offen ist, in welche Richtung es gehen soll. Das sind nur mal Ideen, damit man sich etwas vorstellen kann", erklären Fuchs und Helm unisono. Die präsentierten Konzeptideen zeigen Scheibbs als "Kleinstadt von Welt" (Schlagwort Urbanisierung und Kultur), als "Natur trifft Stadt" (Natur in der Stadt) und "Stadtwohnzimmer" (Ort der Begegnung).

Übrigens auch den von Gerald Zagler gestalteten Mitmischer-Film gibt es im Mitmischer-Büro zu sehen. Ein Besuch lohnt sich also auf alle Fälle.

Der weitere Fahrplan des Stadtentwicklungsprozesses

Parallel zum Mitmischer-Büro soll es im Mai acht Grätzlgespräche in den Katastralgemeinden und in der Stadt geben. Bis August sollen dann die Ideen, Vorschläge und Meinungen aus dem Mitmischer-Büro sowie den Grätzlgesprächen zur Identitätsfindung aufgearbeitet werden. Im September soll die Stadtmarke Scheibbs präsentiert werden. 

Im zweiten Jahr der Stadtentwicklung beginnt die konkrete Projektentwicklung und im dritten und vierten Jahr die Umsetzung und Evaluierung. Bei Bedarf kann es im fünften Jahr noch eine Nachbereitung geben. "Der Stadtentwicklungsprozess soll aber dann nicht aus sein, sondern soll und muss sich auch in Zukunft weiterdrehen. Aber dazu sind dann vor allem die Scheibbserinnen und Scheibbser verantwortlich. Wir beginnen heuer, die Zukunft von Scheibbs für die nächsten fünf oder zehn Jahre oder auch länger zu gestalten. Daher ist es wichtig, dass möglichst viele mitmischen und mitgestalten", appelliert Christina Fuchs.

Infos & Kontakt: Bernhard Hofecker, kulturservice@scheibbs.gv.at

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