Kein Kaufangebot für den Lehenhof . SPÖ und BUGS brachten Antrag zur Angebotslegung für Lehenhof-Areal ein. VP-Fraktion stimmte einheitlich dagegen.

Von Claudia Christ. Erstellt am 05. August 2020 (04:41)
Die Zukunft vom Schloss Lehenhof bleibt weiter ungewiss. Die ÖVP Scheibbs erteilte dem Dringlichkeitsantrag von SPÖ und BUGS, ein Kaufangebot für das Areal zu legen, eine Abfuhr.
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Der seit 2009 leer stehende Lehenhof sorgte bei der Gemeinderatssitzung in Scheibbs am Mittwoch für jede Menge Diskussionsstoff. Denn erst wenige Stunden vor der anberaumten Sitzung brachten SPÖ und BUGS geschlossen einen Dringlichkeitsantrag für eine mögliche Angebotslegung der Stadt für den Kauf der gesamten Liegenschaft ein.

Das Areal, das sich derzeit noch in Besitz der Bundesimmobiliengesellschaft der Stadt Wien befindet, ist aktuell wieder auf einer Immobilien-Plattform zum Verkauf ausgeschrieben. Kaufpreis: 2.160.000 Euro.

„Wir haben derzeit keinen einzigen Euro übrig, um ein dementsprechendes Angebot zu legen.“Franz Aigner, Scheibbser VP-Bürgermeister

„Der Kauf wäre für die Stadtgemeinde Scheibbs eine einmalige Chance und würde der Stadtgemeinde einen handlungsfähigen Spielraum für die künftige Nutzung des Gebäudes geben“, betonen SP-Stadtrat Johann Huber und auch BUGS-Listenführer Joseph Hofmarcher. Als Finanzierungsvarianten könnten sich die beiden Fraktionsführer und ihre Parteimitglieder neben einer Fremdfinanzierung durch einen Bankkredit auch eine Vermögenspool-Variante gut vorstellen.

Das 250.000 m große Grundstück mit 1.500 m Nutzfläche samt denkmalgeschütztem Gebäude könnte künftig für Freizeit- und Jugendeinrichtungen, für ein Betreutes Wohnprojekt oder ein Gesundheitszentrum genützt werden.

Gerade diese Vielfalt an Ideen war es, die nicht nur VP-Vizebürgermeister Martin Luger Kritik an den Plänen üben ließ. „Wir würden als unglaubwürdig und unseriös auftreten, wenn wir in Zeiten wie diesen diese Investition, von der wir nicht einmal wissen, was wir mit dem Projekt künftig machen wollen, tätigen.“ Besser wäre, die Sache von der anderen Seite aufzuziehen und gemeinsame Wege mit einem Investor zu suchen.

„Zwei Interessenten sind schon bei uns vorstellig geworden“, informierte VP-Bürgermeister Franz Aigner. Er bekräftigte, dass sich die Stadtgemeinde das Areal derzeit absolut nicht leisten könne. Denn auch die Erhaltungskosten sowie die Revitalisierung des Gebäudes und des angrenzenden Waldgebietes sind ein Fass ohne Boden. „Wir haben derzeit keinen einzigen Euro übrig, um ein dementsprechendes Angebot zu legen, außerdem rennt uns die Zeit davon, denn das Bieterverfahren endet bereits am 20. August“, bekräftigt Aigner.

Dringlichkeitsantrag abgelehnt

Nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung – es gab 65 Wortmeldungen zu diesem Tagesordnungspunkt – wurde der Dringlichkeitsantrag mit den Stimmen der ÖVP abgelehnt.

„Es war natürlich absehbar, dass die Mehrheitsfraktion unser Ansinnen geschlossen ablehnen wird. Disziplin und Gleichschaltung ist offenbar eine Eigenschaft der ÖVP“, meinte BUGS-Sprecher Joseph Hofmarcher nach der Sitzung.

Und auch die SPÖ ist enttäuscht, für sie ist nun bereits die zweite Chance vertan. Denn bereits 2010 hatte Scheibbs einen möglichen Interessenten für das Objekt an der Angel, mit dem damals ein gemeinsames Kaufangebot über 1,85 Millionen Euro abgegeben wurde. Aber der Stadt Wien war das damals zu wenig.