Keine OP ohne negativen Corona-Test. Die mobile Teststation der „Covid Fighters“ steht seit der Vorwoche vor dem Scheibbser Landesklinikum.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 17. Juni 2020 (05:12)
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Das mobile Testlabor ist ab sofort am Parkplatz des Landesklinikum Scheibbs stationiert. Im Bild der Ärztliche Direktor Erwin Schwaighofer (3. von rechts), Landtagsabgeordneter Anton Erber (2.von rechts), Michael Krammer (KCC, rechts), Doktor Ferenc Ráduly (4. von rechts), Boris Fahrnberger (links) mit seinen Covid Fighters.
Christian Eplinger

Der Parkplatz des Landesklinikums Scheibbs ist für die nächsten, voraussichtlich drei Monate, der neue Standort der „Covid Fighters“. Dabei handelt es sich um ein mobiles Test-Container-Labor, das innerhalb von rund zwei Stunden zertifizierte und valide PCR-Tests liefert und seit Donnerstag auch Patienten des Landesklinikums Scheibbs befundet.

Für den bestmöglichen Schutz der Patienten sowie Mitarbeiter des Landesklinikums Scheibbs wird vor einer geplanten Operation oder längerem stationären Aufenthalt ein negativer PCR- Test benötigt. Auch Patienten der Internen Abteilung werden vor Übergabe an die Hauskrankenpflege auf eine Covid19-Erkrankung getestet. „Durch die neue Kooperation mit der Göstlinger Firma Artichoke Computing GmbH können die benötigten Tests in großer Anzahl zeitnah vor Ort im mobilen Labor ausgewertet werden. Dies erleichtert unsere tägliche Planung massiv“, freut sich der Ärztliche Direktor Erwin Schwaighofer.

Bislang nur 30 Tests pro Woche für LK möglich

Denn genau die Anzahl der Tests und die Zeitspanne waren zuletzt der große Hemmschuh. „Bislang gab es für die Mostviertler Spitäler nur das Zentrallabor im Klinikum Amstetten als Teststation. Da waren maximal 30 Tests pro Woche für unser Haus reserviert, aber nicht, weil die Kollegen in Amstetten nicht mehr machen wollten, sondern weil das Testkit begrenzt war“, schildert Schwaighofer die bisherigen Probleme. Auch die Aktualität der Tests vor einem operativen Eingriff – zwischen Test und OP sollten maximal 24 Stunden liegen – konnten oft nicht eingehalten werden. Allerdings: Eine Covid19-Erkrankung könne den OP-Verlauf wie auch die Heilung nach einer OP wesentlich negativ beeinflussen. Zudem sei es eine große Gefährdung für die Mitarbeiter, weiß Schwaighofer.

Jetzt werden alle Patienten vor geplanten Operationen – derzeit noch mit Ausnahme der tagesklinischen Eingriffe – oder stationären Aufenthalten in der mobilen Container-Station direkt vor Ort einem Coronatest unterzogen. Auch Spitalspersonal mit den geringsten Symptomen wird getestet. „Wir hatten bei 550 Angestellten vier nachgewiesene Erkrankungen – ein Pfleger und ein Arzt haben sich bei Patienten angesteckt, zwei Mitarbeiter im Skiurlaub. Bei diesen vier Erkrankungen soll es bei uns im Team auch bleiben“, hofft Schwaighofer.

Seit Donnerstag der Vorwoche wird nun zwei Mal am Tag, sechs Tage die Woche für das Landesklinikum Scheibbs getestet. Bei Bedarf kann diese Anzahl an Testwellen noch gesteigert werden. Nur am Samstag bleibt das Labor geschlossen.

Proben künftig auch aus Klinikum Waidhofen?

Künftig könnten auch Proben aus dem Landesklinikum Waidhofen ins mobile Labor der „Covid Fighters“ nach Scheibbs gebracht werden. „So könnten wir die gesamte Region entlasten“, unterstreicht VP-Landtagsabgeordneter Anton Erber, der sich gemeinsam mit Direktor Erwin Schwaighofer sehr für diese mobile Teststation in Scheibbs stark gemacht hat. Die Landesgesundheitsagentur hat das Projekt relativ unbürokratisch und schnell genehmigt, obwohl es mit Kosten verbunden ist. Denn für die vom Landesklinikum angeordneten Tests muss die Holding aufkommen.

Jetzt geht es aber auch darum, die in der Coronazeit aufgestauten Operationen schrittweise abzubauen. „Wir haben normal in Scheibbs zwischen 70 und 80 Operationen pro Woche. Durch Corona haben wir aktuell einen Rückstau von rund 220 OPs. Dies aufzuarbeiten ist gar nicht so einfach, da unsere Auslastung generell sehr hoch ist und wir aus Personal- und auch räumlichen Kapazitäten nicht einfach die Anzahl der Operationen beliebig steigern können“, erklärt Schwaighofer.

Die „Covid Fighters“ testen selbstverständlich auch alle Interessierten außerhalb des Klinikums. Der Test kostet mit Voranmeldung auf der Homepage (www.covidfighters.com) 165 Euro und ohne Voranmeldung 185 Euro und ist direkt vor Ort zu bezahlen. Die Tests sind EU-zertifiziert und das Ergebnis innerhalb von zwei Stunden verfügbar. „Wir haben seit der offiziellen Inbetriebnahme der Teststation in Ardagger über 1.000 Tests durchgeführt. Wir würden aber 1.000 auch leicht an einem Tag schaffen – unser Limit ist nur das Testungsteam“, weiß Boris Fahrnberger, Chef der Artichoke Computing GmbH.