Lausbubenstreiche wurden zum Bumerang

Erstellt am 20. Januar 2022 | 06:52
Lesezeit: 3 Min
Gericht Symbolbild
Foto: APA (Symbolbild)
16-Jähriger und 14-Jähriger standen wegen Sachbeschädigung vor dem Scheibbser Bezirksgericht.
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Man mag es Lausbubenstreiche nennen, und dennoch brachten ihre Taten zwei junge Burschen am vergangenen Donnerstag vor Gericht. Den 16-jährigen Erstangeklagten aus Amstetten gleich wegen mehrerer Vergehen: Er soll versucht haben, bei der Turmöl-Tankstelle in Purgstall einen Mercedes-Stern abzubrechen. Ganz gelang das Vorhaben nicht, es kam nur zur Beschädigung und ganz nebenbei zur Aufnahme durch eine Überwachungskamera. Auf Film ist auch der Diebstahl einer Flasche Whisky an einer Tankstelle aufgezeichnet, der Diebstahl eines Kapperls aus einem Modegeschäft wurde vom Personal vereitelt.

Der Bursch bekannte sich schuldig und zeigte Reue. Er habe sich bereits entschuldigt und sei dabei, den verursachten Schaden von seinem Verdienst als Lehrling zurückzuzahlen. „Es tut mir wirklich leid und ich sehe ein, dass das alles ein Blödsinn war. Ich verspreche, es wird nicht mehr vorkommen.“ Zum Abbrechen des Mercedes-Sterns, gab der Bursch an, habe ihn jedoch sein Freund, der 14-jährige Zweitangeklagte, ebenfalls aus Amstetten, angestiftet: „Er hat gesagt, reiß ihn herunter.“

Grenzen austesten kann schlecht ausgehen

Der Jüngere bestreitet das: „Es war ganz anders, ich habe versucht, ihn davon abzuhalten und bin dann weggegangen. Ich wollte mit dem Ganzen nichts zu tun haben.“ Er bekennt sich nicht schuldig: „Ich habe nichts angegriffen.“ Ein Zeuge bestätigt zwar die Aussage des 16-Jährigen, doch auf den Aufzeichnungen der Überwachungskamera ist der 14-Jährige nicht zu sehen, zum vermuteten Tat-Zeitpunkt waren die beiden Angeklagten allein. „Ist Ihnen klar, welche Schwierigkeiten man sich mit solchen Dummheiten einhandeln kann?“, fragt Richter Oliver Baumschlager die Jugendlichen. „Sie erleben jetzt, wenn man auf diese Weise seine Grenzen austesten will, geht das unweigerlich schief.“ Angesichts der Jugend, der Unbescholtenheit und der Reue der beiden Burschen kommt es zu einer Diversion, „eine einmalige Chance, in Zukunft geht das nicht mehr“, wie der Richter sagt. Beide zahlen je 50 Euro an das Gericht, der 16-Jährige leistet 35 Stunden gemeinnützige Arbeit, der 14-Jährige 15 Stunden. Eine Eintragung ins Strafregister gibt es für die beiden nicht.

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