Malinois-Hündin biss vier Mal zu: „Muss Grenze ziehen“. Bereits zum vierten Mal hat eine Malinois-Hündin zugebissen. Hundehalter blieb trotzdem leichtsinnig.

Von Karin Katona. Erstellt am 28. November 2018 (04:00)
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Die fünfjährige Malinois-Hündin Coco leidet von Geburt an an grünem Star, ist daher unsicherer als andere Hunde. „Sie nimmt dadurch harmlose Situationen als bedrohlich wahr“, weiß ihr verständnisvoller Besitzer.

Ein Umstand, der den Wieselburger schon mehrmals in Schwierigkeiten gebracht hat. Bereits vier Mal hat Coco zugebissen, drei Menschen verletzt, den letzten so schwer, dass der Hundebesitzer sich am vergangenen Mittwoch vor Bezirksrichter Oliver Baumschlager wiederfand – wo er das „Sündenregister“ seines Hundes aufzählen musste. Bereits im Alter von zwei Jahren habe die Malinois-Hündin zum ersten Mal zugebissen:

„Eine Bekannte wollte den Hund anschauen, ich habe ihn nur am Halsband festgehalten und dann losgelassen. Da hat er nach meiner Bekannten geschnappt.“ Beim nächsten Mal war es eine Besucherin im Garten des Hundebesitzers. „Es war dunkel und wahrscheinlich hat sich der Hund bedroht gefühlt“, mutmaßt der Angeklagte.

„Ich muss jetzt die Null-Toleranz-Grenze ziehen. Außer auf meinem eigenen Grundstück gibt es nur noch Leine und Beißkorb. Es geht um das Leben meines Hundes.“

Bei einem Spaziergang in Pöchlarn biss die Malinois-Hündin einen Passanten. Damals sei der Hund angeleint gewesen, doch: „Ich hatte die Leine nur über die Schulter gelegt.“ Der Vorfall, wegen dem der Hundehalter vor Gericht steht, hat sich an der Erlauf in Gaming zugetragen.

„Meine Freunde und ich haben ein paar andere Hundebesitzer getroffen, wir haben den Hunden Steckerl geworfen und die Hunde haben miteinander gespielt. Es war eine entspannte Situation.“ Warum Coco einen der jungen Männer gebissen habe, könne er nicht verstehen, zeigt sich aber einsichtig.

„Ich muss jetzt die Null-Toleranz-Grenze ziehen. Außer auf meinem eigenen Grundstück gibt es nur noch Leine und Beißkorb. Es geht um das Leben meines Hundes.“ Bezirksrichter Oliver Baumschlager akzeptiert diesen guten Vorsatz und schlägt eine Diversion von 200 Euro innerhalb von zwei Monaten vor. Mit den Gerichtskosten macht das 260 Euro.