Mobile Teststraße für Corona: Wittur als Vorreiter. Als erstes Unternehmen im Scheibbser Bezirk installierte die Firma Wittur in Scheibbs am Mittwoch und Donnerstag eine mobile Teststraße für Corona-Schnelltests im Unternehmen und testete einen Großteil der Mitarbeiter auf freiwillige Basis durch.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 26. November 2020 (13:30)
Corona-Schnelltests in der Firma Wittur: Augustin Reichenvater (WKNÖ), Arbeiterbetriebsrat Robert Leitner, Mitarbeiterinnen des AMZ, Helmut Wieser (AKNÖ), Wittur-Geschäftsführer Michael Bach und Angestelltenbetriebsrat Matthias Sonnleitner (von links) vor der Pop-up-Teststraße.
Christian Eplinger

320 Mitarbeiter der Firma Wittur unterzogen sich am Mittwoch und Donnerstag im Unternehmen einem Corona-Schnelltest. Wittur ist damit Vorreiter im Bezirk. Als erstes Unternehmen nutzt es das Angebot der Sozialpartner, dass mobile Testteams des Arbeits- und Sozialmedizinischen Zentrum Mödling (AMZ) direkt in den Betrieb kommen und hier eine Pop-up-Teststraße installieren. „Wir setzen seit Beginn der Pandemie auf hohe Sicherheitsstandards für unsere Mitarbeiter und gehen hier stets Hand in Hand mit dem Betriebsrat. So ist auch diese Testung eine gemeinsame Aktion von Geschäftsführung und Betriebsrat“, erklärt Wittur Austria Geschäftsführer Michael Bach.

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Diese gute Zusammenarbeit bestätigen auch die beiden Betriebsratsvorsitzenden Robert Leitner (Arbeiterbetriebsrat) und Matthias Sonnleitner (Angestelltenbetriebsrat). Leitner freut sich, dass man mit dieser Teststraße direkt im Unternehmen rund 83 Prozent der aktuell an den beiden Tagen anwesenden Mitarbeiter erreicht. „Das ist ein sehr guter Wert. Die Tests sind freiwillig. Und auch wenn die Tests nur eine Momentaufnahme sind, so sind sie dennoch wichtig, da gerade symptomlose Infektionen frühzeitig erkannt und so das Risiko eines Clusters im Betrieb minimiert werden kann“, weiß Leitner.

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Die Testergebnisse gibt es innerhalb von 15 Minuten. Bei einem positiven Testergebnis – allgemein rechnet man mit rund ein bis zwei Prozent der getesteten Mitarbeiter – wird dieser sofort abgesondert und zu einem PCR-Test zu den Covid Fighters geschickt. 

Lob für das Vorgehen gibt es von den Sozialpartnern. Die Bezirksstellenleiter der Wirtschafts- und Arbeiterkammer Scheibbs, Augustin Reichenvater und Helmut Wieser, überzeugten sich vor Ort vom Ablauf. „Diese Testungen sind Beispiel für die gut funktionierende Sozialpartnerschaft auf Landes- wie auch auf Bezirksebene“, betont Wieser. „Sie geben den Arbeitnehmern die bestmögliche Sicherheit und schaffen damit für die Unternehmer eine wichtige Planbarkeit“, ergänzt Reichenvater. 

Corona-Schnelltests der Sozialpartner

  • Die Corona-Schnelltest sind für die Unternehmen beziehungsweise Mitarbeiter kostenlos. Finanziert werden sie von den beiden Sozialpartnern Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer. Privatpersonen sowie Angehörige der Mitarbeiter sind von diesem Angebot aber ausgeschlossen. Für die operative Umsetzung der Tests beziehungsweise den Aufbau einer mobilen Teststraße im Betrieb sind Mitarbeiter des Arbeits- und Sozialmedizinischen Zentrums Mödling zuständig. Insgesamt sind für diese Schnelltest-Initiative der niederösterreichischen Sozialpartner fünf Millionen Euro an Investitionen vorgesehen.
  • Betriebe mit mehr als 130 Mitarbeitern können sich über die Webseite www.schnelltest-noe.at für eine mobile Testung anmelden. Es können sich auch mehrere Betriebe für eine mobile Pop-up-Teststraße zusammenschließen.
  • Kleinere Betriebe können ihre Mitarbeiter zur fixen Teststraße nach Ybbs – im ehemaligen Lidl-Markt direkt an der Bundesstraße gelegen – schicken. Auch dafür ist allerdings im Vorfeld eine Online-Anmeldung durch das Unternehmen nötig.
  • Alle Infos: www.schnelltest-noe.at