Nachbar nahm Paket entgegen: Hiebe statt „Danke“. Weil ein Scheibbser für seinen Nachbarn ein Paket annahm und dieser unfreundlich reagierte, kam es zum Streit.

Von Karin Katona. Erstellt am 13. September 2018 (05:32)
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Tür an Tür mit jemandem zu wohnen, den man nicht mag, ist nicht leicht. Wenn die Lage dann noch, wie im Fall zweier Scheibbser Nachbarn, eskaliert, findet man sich rasch vor dem Bezirksrichter wieder.

Erschienen war nur einer der Angeklagten, die in eine tätliche Auseinandersetzung verwickelt gewesen waren. „Wir wohnen Tür an Tür, aber wir haben uns nie leiden können“, schildert dieser. „An einem Nachmittag im Jänner habe ich dann doch ein Paket für ihn übernommen. Und als ich es ihm dann gegeben habe, hat er sich nicht einmal bedankt, sondern gesagt, dass es ihm nicht recht ist, wenn ich Pakete für ihn annehme.“

Darüber habe er sich so geärgert, dass er am Abend noch einmal das Gespräch mit dem Nachbarn gesucht habe, doch: „Er hat mich beschimpft und ist auf mich losgegangen, hat mir mit der Faust ins Gesicht und auf den Kopf geschlagen. An den Folgen der Augenverletzung leide ich jetzt noch.“

Von zwei Angeklagten erschien nur einer

Der zweite Angeklagte, der zum Verhandlungstermin nicht erschien, hatte vor der Polizei die Schläge auch gestanden – mit einer Einschränkung: „Ich habe zugeschlagen, aber er hat angefangen!“ Mitten im Streit sei dann ein Bekannter erschienen, der die Streithähne getrennt habe. „Er hat mich weggezogen, aber ich habe im Hinausgehen meinen Nachbarn noch schimpfen gehört – da habe ich gegen seine Tür getreten.“

Den Schaden wolle er gut machen, nur habe der Geschädigte auf sein Angebot noch nicht reagiert. Bezirksrichter Oliver Baumschlager fällte ein mildes Urteil: Vorläufige Einstellung des Verfahrens auf eine Probezeit von zwei Jahren, wenn keine weiteren Straftaten passieren. Der nicht erschienene zweite Angeklagte erhielt wegen der Verletzungen, die er seinem Nachbarn zugefügt hat, eine Geldstrafe von 120 Euro.