Naturschutz: Das Laub muss weg. Viel Arbeit für Gemeindemitarbeiter, aber Entsorgung des Falllaubes ist wichtig für die Kastanienbäume.

Erstellt am 06. Dezember 2018 (05:47)
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Die Mitarbeiter des Scheibbser Gemeinde-Bauhofes hatten in den letzten Tagen in den historischen Kastanienalleen der Erlauf- und Karl-Höfinger-Promenade mit dem Falllaub jede Menge Arbeit.
privat

In den historischen Kastanienalleen der Erlauf- und Karl-Höfinger-Promenade in Scheibbs waren in den vergangenen Tagen emsige Mitarbeiter der Gemeinde zu bemerken, die mittels Besen und Gebläse bemüht waren, das abgefallene Laub so weit als möglich zu sammeln.

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Der Bräunepilz verursacht die eckigen Blattflecken mit dem hellgrünen Rand, die Raupen der Miniermotte die runden, durchscheinenden Flecken.
privat

„Die Entsorgung dieses Falllaubes, in dem die in einem Kokon eingesponnenen Puppen der Kastanienminiermotte und die Fruchtkörper des Bräunepilzes der Kastanie überwintern, ist aktuell die einzig wirksame Möglichkeit, die beiden eingeschleppten Blattschädlinge zu reduzieren“, erläutert der aus Scheibbs stammende ehemalige Direktor der österreichischen Bundesgärten, Peter Fischer-Colbrie.

Wie wirksam die Entsorgung des Herbstlaubes als Infektionsquelle im Frühjahr ist, kann mit einem einfachen Rechenbeispiel für die Miniermotte demonstriert werden. „Aus den durchschnittlich 40 im Frühjahr pro Weibchen auf die Oberseiten der Blätter abgelegten Eiern der ersten Generation könnten rein rechnerisch in der vierten Generation im Herbst bis zu 2,5 Millionen Nachkommen entstehen“, rechnet Fischer-Colbrie vor.