NÖGKK fürchtet Leistungskürzungen. NÖGKK-Servicestellenleiter Martin Gassner warnt: „Wenn bei den Köpfen gespart wird, dann spüren das die Patienten.“

Von Christian Eplinger. Erstellt am 05. September 2018 (04:00)
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Die Servicestelle der NÖ Gebietskrankenkasse in Scheibbs. Eine unmittelbare Schließung befürchtet Servicestellenleiter Martin Gassner nicht, aber ein Einsparen von Köpfen bringe automatisch einen Leistungsverlust für die Kunden mit sich, ist er überzeugt.
Christian Eplinger

Fünf Mitarbeiter der NÖ Gebietskrankenkasse stehen in der Scheibbser Servicestelle während der Öffnungszeiten permanent für die Kundenbetreuung bereit. „Damit ist garantiert, dass unsere Kunden keine langen Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Denn unsere Kunden sind meist Mütter mit Kleinkindern oder kranke Menschen. Die sollte man nicht warten lassen“, sagt NÖGKK-Servicestellenleiter Martin Gassner.

Mit entsprechender Sorge betrachtet er daher die Sparpläne der Regierung. Diese hat angekündigt, eine Milliarde Euro bei der Verwaltung der österreichischen Krankenkassen einsparen zu wollen. Ein Sparvolumen, das laut Gassner doppelt so hoch wäre wie die gesamten Verwaltungskosten der Gebietskrankenkassen in Österreich.

„Die betragen 2,8 Prozent, sprich für jeden der rund 10.000 Versicherten im Bezirk Scheibbs lediglich 40 Cent. Bei privaten Krankenversicherungen sprechen wir von 31,70 Prozent. Zugegeben, da sind auch diverse Werbungskosten inkludiert“, sagt Gassner.

Rund 19.000 Versicherte betreut NÖGKK Scheibbs

Das elfköpfige Mitarbeiterteam der Servicestelle Scheibbs betreut aber nicht nur die 10.000 Versicherten im Bezirk, sondern insgesamt fast doppelt so viele in ganz Niederösterreich.

„Wir übernehmen auch Betreuungs- und Projektaufgaben für andere Bezirke. Das Case Management, sprich Mitarbeiter übernehmen die Koordination von Terminen für kranke Menschen und begleiten diese in schwierigen Lebensabschnitten, ist in Scheibbs aufgebaut worden. Aber genau solche Leistungen wären von Sparmaßnahmen betroffen, vor allem wenn es nur um Köpfe geht. Das geht zulasten der Menschen im Bezirk“, ist Gassner überzeugt.

Eindeutig gegen solche Einsparungspläne spricht sich auch die SPÖ-Nationalratsabgeordnete Renate Gruber aus. Mit den Stimmen der ÖVP, FPÖ und den NEOS ist im Parlament ein Abänderungsantrag zur Begrenzung der Ausgaben in der Sozialversicherung beschlossen worden. „Die geplanten Einsparungen sind ohne Leistungskürzungen nicht machbar. Es geht also auch um die Zukunft der Servicestelle der NÖ-Gebietskrankenkasse in Scheibbs. Bei dieser wichtigen Einrichtung für unsere Bevölkerung in unserer ländlichen Region darf es zu keinen Einschnitten kommen“, fordert Gruber.