Pflegedienst: Professionelle Hilfe im Alltag. Susanne Koczwara-Osanger ist eine von zwei Caritas-Alltagsbegleitern in der Region Scheibbs. Ein Beruf, der ab 2021 als fixe Berufsgruppe in der Pflegelandschaft eingeführt wird.

Von Claudia Christ. Erstellt am 13. Dezember 2020 (11:40)
Mit Schutzmaske und Abstand machen sich die Soziale Alltagsbegleiterin Susanne Koczwara-Osanger und ihre Kundin Margarete Macharik in Scheibbs auf zum Einkaufen.
Christ

Susanne Koczwara-Osanger ist auf dem Weg nach Scheibbs zu ihrer nächsten Kundin, der 92-jährigen Margarete Macharik. Schon bei der Eingangstür wird sie von der rüstigen Seniorin freudig empfangen.

Die ausgebildete Soziale Alltagsbegleiterin unterstützt die Pensionistin bei diversen Erledigungen von Einkäufen bis zu Friedhofsbesuchen. Sie ruft den Handwerker, wenn er gebraucht wird und checkt für die allein lebende Dame diese und jene Angelegenheiten. „Im Vordergrund aber stehen bei unseren Treffen jedoch die soziale Komponente, der persönliche Kontakt und das persönliche Gespräch“, meint die Caritas-Mitarbeiterin, die derzeit insgesamt sechs Kunden an drei Tagen pro Woche betreut. Rückenprobleme haben die 56-jährige ausgebildete Pflegeassistentin zur Aufgabe ihres ursprünglichen Berufes gezwungen.

Nach einem AMS-Kurs ist sie seit Mai dieses Jahres für die Caritas als Alltagsbegleiterin im Einsatz. „Für mich ist das der perfekte Job. Es macht einfach so viel Freude, jemandem helfen zu können. Außerdem kann ich bei den vielen Gesprächen von meinen lebenserfahrenen Klienten eine Menge lernen.“

Denn neben Einkäufen wird auch gemeinsam der Kochlöffel geschwungen oder ein Kuchen gebacken, gemeinsam im Garten gearbeitet oder auch mal ein kleiner Ausflug unternommen. „Auch das Gedächtnistraining kommt bei meinen Klienten immer gut an und ist ein Fixpunkt bei meinen Besuchen“, sagt Koczwara-Osanger. Wann und wie lange ihre Hilfe im Alltag gebraucht wird, entscheidet jeder Kunde individuell nach Bedarf für sich. Maximal sind es aber sechs Stunden pro Tag.

Das Berufsbild der Sozialen Alltagsbegleiterin stellt eine Ergänzung zu den anderen Pflegeberufen dar und entlastet auch die pflegenden Angehörigen. „Diese sind oftmals sehr dankbar, wenn sie einmal zwei, drei Stunden durchatmen können“, sagt die Grestnerin und bereitet alles für die gemeinsame Einkaufstour mit ihrer Kundin vor. „Ich schätze die Unterstützung dabei sehr, denn ich kann aufgrund meines Herzschrittmachers die Besorgungen nicht mehr alleine erledigen, außerdem ist Frau Koczwara viel flinker im Geschäft und findet alles auf einen Griff. Außerdem genieße ich ihre vollste Aufmerksamkeit“ meint die Seniorin.

Eine Berufsausbildung mit Zukunftschancen

Der Bedarf an Alltagsbetreuerinnen ist laut Caritas-Regionalleiterin Elena Steinmaßl sehr groß. „Diese Unterstützung für unser pflegendes Personal ist enorm wichtig und hilfreich. Wir haben inzwischen schon lange Wartelisten von Klienten.“

Die Grundlage, um den Beruf ausüben zu können, ist eine theoretische Ausbildung im Ausmaß von 100 Unterrichtseinheiten sowie 40 Stunden Praxis im ambulanten Bereich.