Problem mit Notdienst: Eine Odysee mit Schmerzen. Patientenleid- & Freud: Franz Reiterlechner aus Scheibbs über seine Rettung durch einen „Neujahrsengel“.

Von Christian Eplinger und Anna Faltner. Erstellt am 25. Januar 2019 (04:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Arzt Doktor Mediziner Symbolbild
Symbolbild

Zahnschmerzen und das zwischen den Feiertagen im Ski-Urlaub in Schladming. Dieses leidvolle Erlebnis hatte Franz Reiterlechner aus Scheibbs unmittelbar nach Weihnachten. Nachdem die Schmerzmittel nicht mehr geholfen haben, entschied sich Franz Reiterlechner, den Urlaub vorzeitig am Sonntag, 30. Dezember, zu beenden.

„Ich wollte zum Zahnarzt, aber bei uns in der Nähe, falls weitere Behandlungen notwendig wären“, schildert Reiterlechner gegenüber der NÖN. Laut Ärzte-Notdienst hatte in Waidhofen an der Ybbs Christian Sachslehner Wochenenddienst.

Ein kurzer Anruf: Der Anrufbeantworter bestätigte den Ärzte-Notdienst von 8 bis 12 Uhr. Es hob allerdings trotz mehrmaliger Versuche niemand ab – immer nur das Tonband. „Trotzdem fuhren wir los, von Schladming, bei Schneefall, Zahnschmerzen, Einnahme von Schmerzmittel nach Waidhofen“, schildert Reiterlechner seine Misere.

In der Ordination angekommen wurde um 11.30 Uhr die versperrte Ordination doch noch von einer Helferin geöffnet. Laut Reiterlechner erklärte ihm diese allerdings, dass heute nichts mehr gemacht werde. Aber sie könne ihm gern ein Schmerzmittel verschreiben.

„Ich hab‘ geglaubt, die wollen mich verarschen“

„Ich hab geglaubt, die wollen mich verarschen. Das Telefon nicht annehmen, die Ordination um 11.30 Uhr schon abgesperrt haben und keine Behandlung anbieten“, war Reiterlechner fassungslos.

Nachgefragt in der Ordination von Doktor Christian Sachslehner weiß man sofort Bescheid. „Wir haben an dem Tag einen Patienten weggeschickt, weil er zu spät war und weil der Warteraum schon völlig überfüllt war“, berichtet eine Mitarbeiterin. Bis 12 Uhr wären alle Patienten ganz normal aufgenommen worden. „Das war bestimmt keine böse Absicht“, betont sie.

Dennoch: Franz Reiterlechner musste dringend zum Zahnarzt. Daher rief er beim Zahn-Notdienst in Wieselburg an. Ebenso der gleiche Dienst von 8 bis 12 Uhr, aber es hob jemand das Telefon ab und sagt: „Wenn Sie später kommen, kein Problem, das Wartezimmer ist noch voll mit Schmerzpatienten. Sie werden ein wenig warten müssen.“

Um 12.30 Uhr war Reiterlechner in Wieselburg und um 14 Uhr am Behandlungsstuhl: „Eine Wurzelbehandlung, keinesfalls angenehm, aber es wird danach merkbar besser. Um 14.30 Uhr verlasse ich die Ordination, der letzte Patient geht hinter mir noch zur Behandlung“, schildert Reiterlechner und dankt seinem „Neujahrsengel“ Dr. Afsaneh Rehart.

In ihrer Praxis ist das aber nicht unüblich. „Vor allem am Wochenend-Dienst kommt bei uns eigentlich jeder dran“, erklärt Afsaneh Rehart.