Rotes Kreuz im Bezirk hat bis zu 110 Patienten pro Tag. Weiterhin steigende Entwicklung bei den Rettungs- und Krankentransporten. Im Vorjahr legte das Rote Kreuz über 1,2 Millionen Kilometer zurück – ein Leistungsbericht.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 22. Januar 2020 (06:31)
Symbolbild
Österreichisches Rotes Kreuz

2019 war für das Rote Kreuz im Bezirk Scheibbs das bisher stärkste Jahr. Die Entwicklung war in den letzten vier Jahrzehnten fast immer steigend. Zuletzt hat sich der Trend noch einmal deutlich verstärkt. Damit einher gingen jedoch auch die Probleme mit der Finanzierung.

Der Rettungs- und Krankentransportdienst mit Notarzteinsatzwesen ist die bekannteste Dienstleistung des Roten Kreuzes und wird von der Bevölkerung immer stärker in Anspruch genommen. 2019 ist die Anzahl der Patiententransporte auf über 24.000 (+2,5 Prozent) gestiegen. Dabei wurden über 1,2 Millionen Kilometer (+5,5 Prozent) zurückgelegt. Vor zehn Jahren lag dieser Wert noch bei rund 800.000 Kilometern. An Werktagen wurden durchschnittlich 85 Patienten transportiert, an Spitzentagen sogar bis zu 110 Patienten.

„Die Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste werden bei uns fast ausschließlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet.“ Reinhard Punz, Rotes Kreuz

Den Großteil der Einsätze machen geplante Krankentransporte, wie der Transport zur Chemo-, Strahlentherapie oder Dialysebehandlung, aus. Zu Hilfeleistungen, Notfällen und Unfällen rückte das Rote Kreuz durchschnittlich 15 Mal pro Tag aus, davon zwei bis drei Mal gemeinsam mit dem Notarzteinsatzfahrzeug.

Obwohl tagsüber noch nie mehr Stunden von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet wurden als 2019, werden die Rettungsfahrzeuge zu dieser Zeit überwiegend von hauptberuflichen Mitarbeitern, Zivildienern und Teilnehmern des Freiwilligen Sozialjahres besetzt.

NOEN

„Die Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste werden bei uns fast ausschließlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet“, schildert Rotkreuz-Bezirksgeschäftsstellenleiter Reinhard Punz mit gewissem Stolz.

Zuletzt sind jedoch in den Nachtzeiten viele geplante Transporte dazu gekommen, weil die Behandlungszeiten in einigen Bereichen bis Mitternacht und darüber hinaus verlängert wurden.

„Geplante Transporte zu beziehungsweise von solchen Behandlungen können den ehrenamtlichen Mitarbeitern immer schwerer zugemutet werden, da diese größtenteils am darauffolgenden Werktag ihrem Brotberuf nachgehen.

In diesem Bereich müssen daher auch in der Nacht zunehmend hauptberufliche Mitarbeiter eingesetzt werden“, erklärt Punz das Dilemma der steigenden Rettungstransportkosten.

„Für eine qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung legen wir einen großen Wert auf die Ausbildung. Wir handeln dabei nach den gesetzlichen Bestimmungen und haben 2019 bei 115 Veranstaltungen mit rund 1.000 Kursstunden 1.700 Mitarbeiter aus- und weitergebildet. Zusätzlich wurden im Rahmen der Ausbildung zum Rettungs- beziehungsweise Notfallsanitäter von den Kollegen über 17.000 Praktikumsstunden erbracht“, erklärt Punz.

Auch für die Bevölkerung hat das Rote Kreuz 2019 75 Erste-Hilfe-Kurse mit einer Gesamtdauer von 550 Stunden abgehalten. Rund 1.000 Personen haben daran teilgenommen.