Spar im Zentrum? Hofmarcher: "An Altstadt anpassen“

Auch wenn Corona den Zeitplan durcheinandergebracht hat, Spar hat die Übersiedelung ins Zentrum noch nicht ad acta gelegt.

Christian Eplinger
Christian Eplinger Erstellt am 07. Mai 2020 | 04:32
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Seit 2005 betreibt Spar diese Filiale im Scheibbser Gewerbegebiet. Diese könnte in naher Zukunft modernisiert werden – außer Spar kann das erhoffte Projekt im Scheibbser Stadtzentrum realisieren. Derzeit laufen dahingehend intensive Gespräche.
Foto: Christian Eplinger

Seit 2005 betreibt Spar eine Filiale im Scheibbser Gewerbegebiet. Eine Filiale mit Vorgeschichte, gab es doch Ende der 90er-Jahre heftigen Widerstand der Scheibbser Wirtschaft gegen den geplanten Spar-Neubau auf der grünen Wiese. Nun gibt es im Konzern ein Umdenken. Man zeigt Interesse, die mittlerweile in die Jahre gekommene Scheibbser Spar-Filiale ins Zentrum zu verlegen.

Laut inoffiziellen Informationen hat der Spar-Konzern das Areal hinter der Bezirksbauernkammer beim Parkplatz Pulverturm ins Auge gefasst – direkt an der B29 und dem Gürtel gelegen. Allerdings gilt es hier noch Detailgespräche mit den Grundstückseigentümern zu führen.

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Bei Spar wollte man über einen möglichen Standort und die Pläne noch nichts Genaues verraten. „Grundsätzlich gibt es Interesse, die Spar-Filiale in die Innenstadt zu verlegen. Daran hat sich nichts geändert. Aber für alle anderen Spekulationen ist es noch viel zu früh. Da gibt es noch so viele offene Fragen, die zu klären sind“, betont Spar-Pressesprecher Hannes Glavanovits auf NÖN-Anfrage.

Auch VP-Bürgermeister Franz Aigner hält sich derzeit bedeckt. „Es laufen Gespräche. Wir würden es natürlich begrüßen, wenn Spar ins Zentrum übersiedelt, weil das eine zusätzliche Innenstadtbelebung mit sich bringt. Falls es aber nichts wird, dann bleibt immer noch die Zusage seitens Spar, den bestehenden Markt entsprechend zu modernisieren. Das ist auch nicht schlecht“, sagt Aigner.

BUGS will intensive Diskussion über Projekt

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BUGS-Listenführer Joseph Hofmarcher (kleines Bild) fordert die Einbeziehung von Städtebauexperten und Gestaltungsbeiräten in den Planungsprozess.
Eplinger

Sehr intensiv und offensiv will die BürgerInnenliste Umwelt und Gemeinwohl Scheibbs (BUGS) das Thema angehen. „Wir halten es grundsätzlich für eine sehr gute Idee, einen Supermarkt in der Innenstadt zu positionieren. Auch die anderen Geschäfte profitieren durch mehr Frequenz“, betont BUGS-Listensprecher Joseph Hofmarcher.

Gerade deshalb will BUGS einen intensiven Diskussionsprozess in der Bevölkerung anregen. „Dabei geht es auch um gestalterische Maßnahmen. Wie nähert man sich dem Projekt? Knüpft man bei der Architektur an den Altstadtcharakter an oder erwartet uns der nächste unökologische Megablock im Zentrum? Immerhin geht es hier um ein Gesamtareal von rund 5.000 m “, erklärt Hofmarcher. Auch solle die Bevölkerung in die Entwicklung eingebunden werden. Er sieht es auch als die Pflicht der Bürgerliste, die Scheibbser Bürger entsprechend über das Projekt vorzuinformieren. „Wir haben bei unserem Wahlprogramm Transparenz versprochen. Dieses Versprechen wollen wir halten“, sagt Joseph Hofmarcher.