Umweltgemeinderat Pöcksteiner: „Sollten noch weitere Anreize setzen“

SPÖ-Umweltgemeinderat David Pöcksteiner sieht noch einiges an Potenzial für Klima- und Energieverbesserungen in Scheibbs.

Erstellt am 08. Januar 2022 | 06:42
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8249432_erl50sb_gr_poecksteiner_david_c_eplinge.jpg
SPÖ-Umweltgemeinderat David Pöcksteiner trug in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres in Scheibbs den Umweltbericht vor.
Foto: Eplinger

Ein „grundsätzlich gutes Zeugnis“ stellt SPÖ-Umweltgemeinderat David Pöcksteiner der Stadtgemeinde Scheibbs in puncto Klimaschutz- und Energiesparmaßnahmen aus. Dennoch gäbe es noch in einigen Bereichen Potenzial, das man heben könnte. „Wir sollten in diesen Bereichen noch weitere Anreize setzen“, betonte Pöcksteiner bei seinem Bericht im Scheibbser Gemeinderat. Aufgebaut hat er diesen Bericht auf die sechs Handlungsfelder für Gemeinden im vom Land Anfang 2021 veröffentlichten „Klima- und Energieprogramm 2030“.

Photovoltaik: Gemeinden unter 10.000 Einwohner sollen eine Gesamtleistung von 2.000 Watt pro Einwohner für PV-Anlagen im Gemeindegebiet erreichen. Laut Schätzungen der ENU beträgt die Leistung in Scheibbs derzeit rund 229 Watt pro Einwohner. Scheibbs hat zwar PV-Anlagen auf den Dächern der Schulen, der Wanne Scheibbs, im Kindergarten Feldgasse und der Stocksportanlage und ein Bürgerbeteiligungsmodell mit der FF und der EVN. Dennoch sollte die Gemeinde laut Pöcksteiner einen Plan über nutzbare Flächen im Gemeindegebiet erstellen, weitere Bürgerbeteiligungsmodelle vorantreiben und mit der Evaluierung der Förderungen für private PV-Anlagen oder die Schaffung einer Förderung für Speichermöglichkeiten von Sonnenstrom gezielt Anreize für Privathaushalte schaffen.

Anzeige

E-Mobilität: Ziel der Landesregierung ist, dass bis 2030 50 Prozent der neuzugelassenen Fahrzeuge mit klimafreundlichen Antrieben ausgestattet ist. In Scheibbs beträgt dieser Anteil 3,6 Prozent. „Wir könnten vor allem beim Kauf von gemeindeeigenen Fahrzeugen für den Bauhof gezielt auf klimafreundliche Antriebe setzen. Derzeit haben wir nur ein Elektroauto am Bauhof“, sagt Pöcksteiner und fordert auch den Ausbau des Geh- und Radwegenetzes sowie die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes. Übrigens: Pöcksteiner lobte ausdrücklich den neuen und oft auch kritisierten Geh- und Radweg Richtung Betriebsgebiet.

Raus aus dem Öl: Hier ist die Gemeinde dank dem Anschluss vieler Häuser an das Fernwärmenetz so nah am Ziel des Landes, die Anzahl der Ölheizungen bis 2030 um 70 Prozent zu reduzieren. „Dennoch könnte man noch gezielte Beratung zum Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme forcieren“, sagt Pöcksteiner.

Energieeffizienz - Wärmeverbrauch: Ziel des Landes ist es, bis zum Jahr 2030 den Wärmeverbrauch aller öffentlicher Gemeindegebäude auf 50 kWh pro m² Wand- und Dachfläche und Jahr zu reduzieren. In Scheibbs lag im Jahr 2018 der Wärmeverbrauch aller öffentlicher Gemeindegebäude bei im Schnitt rund 90 kWh/m². „Wichtig für uns als Stadtgemeinde ist hier weiter die thermische Sanierung bei Gemeindegebäuden und Wohnungen sowie die Einbindung der Schulen und Kindergärten beim Energiesparen“, betont Pöcksteiner, der die Energiebuchhaltung der Gemeinde lobt: „Zu Recht ist Scheibbs hier Energievorbildgemeinde.“

Energieeffizienz - Straßenbeleuchtung: Das Ziel des Landes Niederösterreich, alle Lichtpunkte der Gemeinde auf LED umzustellen, hat die Gemeinde Scheibbs schon vor einigen Jahren umgesetzt. Dennoch könnte man noch zusätzliche Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit leisten, um Lichtverschmutzungen zu vermeiden.

Klimaanpassung: Ziel ist, dass zehn Prozent der öffentlichen Flächen im Siedlungsgebiet Biodiversitätsflächen werden. Die Gemeinde Scheibbs hat dafür bereits Blühflächen und Schmetterlingsgärten angelegt, Naturwiesen geschaffen und den Mähplan entsprechend umgestellt, den Burgerhofwald PEFC zertifiziert und gerade im Jahr 2021 die Nachhaltigkeitstage dem Thema Biodiversität gewidmet. „Das sind wichtige Schritte“, wie Pöcksteiner anmerkt, der weitere verstärkte Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich und die Schaffung von zusätzlichen Naturwiesen und Biodiversitätsflächen anregt. „Wir müssen hier noch die Akzeptanz der Bevölkerung erhöhen“, meint Pöcksteiner diesbezüglich.

Übrigens: All die im Umweltbericht von Pöcksteiner angesprochenen und empfohlenen Maßnahmen, darunter auch die Einschränkung des Flächenverbrauchs bei Neubauten und die Mobilisierung von bereits gewidmeten Bauland, sollen im Umweltausschuss der Stadtgemeinde weiter beraten und konkretisiert werden. „Danke für den ausführlichen Bericht. Ich versichere, wir werden jede Anregung ernst nehmen und diskutieren“, betonte Ausschussvorsitzender BUGS-Stadtrat Joseph Hofmarcher.