Verkehrsunfall mit ungültigem Taferl: Anzeige

Erstellt am 13. April 2018 | 05:00
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Mofa Moped Scooter Verkehr Symbolbild
Symbolbild
Foto: Lemusique/Shutterstock.com
Dass der Missbrauch von Nummerntaferln vor den Bezirksrichter führen kann, bewies ein Fall aus Scheibbs.
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Er habe sein – abgemeldetes – Moped hergerichtet und eine Probefahrt machen wollen, berichtete ein junger Grestner dem Bezirksrichter Oliver Baumschlager bei der Verhandlung am vergangenen Mittwoch. Da es zum Fahren auf der Straße Nummerntaferln braucht, habe er die Schilder vom Moped seiner Mutter abmontiert und an seinem angebracht.

Taferl sind Urkunden

Ein Delikt, das vermutlich nie entdeckt worden wäre, hätte der junge Mann nicht genau an diesem Tag einen Verkehrsunfall ausgelöst. Er verursachte nach einem Besuch bei seiner Schwester in Randegg einen Auffahrunfall mit einem einparkenden Pkw. Der Unfall rief die Polizei auf den Plan, die schnell herausfand, was es mit den Nummernschildern am Moped auf sich hatte. Mit der Verwaltungsstrafe ging eine Strafanzeige wegen Unterdrückung einer Urkunde einher.

„Warum ich das getan habe, weiß ich nicht mehr. Jetzt ist mir klar, dass es ein Blödsinn war und ich werde es auch nicht wieder tun“, zeigte der junge Mann Reue. Seine Mutter habe vom Nummernschild-Wechsel nichts mitbekommen: „Ich habe ihr nichts davon erzählt. Es war auch das erste Mal, dass ich das getan habe. Ich habe auch etwas getrunken gehabt.“ Eine Aussage, die die Mutter vor der Polizei bestätigt hatte. Da der Angeklagte geständig ist, ersparte der Richter der Mutter eine Zeugenaussage.

„Für eine Strafe habe ich ohnehin kein Geld.“

„Bei einer Nummerntafel für ein Fahrzeug handelt es sich um eine Urkunde, deren Missbrauch eine Strafanzeige nach sich zieht“, erklärt der Richter. „Mit einer einfachen Verwaltungsstrafe ist es daher nicht getan.“

Was für den Angeklagten spreche, sei sein reumütiges Geständnis. Was der Angeklagte als Ermutigung auffasst, um einen Freispruch zu bitten: „Für eine Strafe habe ich ohnehin kein Geld.“ So leicht kommt er aber nicht davon. Bezirksrichter Oliver Baumschlager verurteilt ihn zu einer – milden – Geldstrafe von 30 Tagsätzen à 4 Euro – insgesamt also 120 Euro.

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