Verleumden ist teuer: Polizist zu Unrecht angezeigt. Betrunkener musste Führerschein abgeben und zeigte Polizist zu Unrecht wegen Trunkenheit am Steuer an.

Von Karin Katona. Erstellt am 19. Juni 2020 (03:58)
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Wer betrunken mit dem Auto fährt, muss mit Konsequenzen rechnen. Dass es aber auch für den Polizisten unangenehme Folgen haben kann, erfuhr ein Sicherheitsbeamter der Polizeistation Gaming. Denn er wurde – zu Unrecht – von einem Betrunkenen wegen Trunkenheit am Steuer angezeigt. Dieser musste sich nun wegen Verleumdung vor dem Bezirksgericht rechtfertigen.

Doch zurück zum Anfang: An einem Abend im vergangenen April hatte ein junger Autolenker durch seinen Fahrstil die Aufmerksamkeit einer Polizeistreife auf sich gelenkt. Die beiden Polizisten fuhren dem Lenker nach, der sich schließlich vor seinem Haus einparkte – und sich dort einem Alkomattest unterziehen musste.

Das Ergebnis, 1,2 Promille Alkohol im Blut, führte zur Abnahme des Führerscheins. Doch auch der nun Führerscheinlose vermeinte, bei einem der Beamten „Verdächtiges“ festgestellt zu haben: „Es ist auf dem Parkplatz gestolpert und hat sich fast über die Motorhaube geworfen. Er ist hin und her geschwankt und hat beim Reden gelallt.“

Zuhause habe ihm das keine Ruhe gelassen: „Später habe ich auf der Wache in Gaming angerufen und gesagt, dass der Kollege betrunken war.“ Dieser wurde daraufhin einem Alkomattest unterzogen – der negativ ausfiel. „Wissen Sie, was es für unangenehme Konsequenzen für einen Polizisten hat, wenn man ihn zu Unrecht anzeigt“, wollte Bezirksrichter Oliver Baumschlager vom Angeklagten wissen. „Jetzt weiß ich es, damals nicht. Ich habe ja wirklich geglaubt, dass er betrunken ist. Es tut mir leid“, gestand der Angeklagte.

Eine „ganz normale Amtshandlung“ nannten die beiden als Zeugen geladenen Polizisten die Führerscheinabnahme: „Der Lenker war einsichtig, alles war freundlich. Man würde sich wünschen, dass es immer so abläuft.“ Die Verleumdung kommt den Angeklagten teuer: Der Richter stellt eine eindeutige Schuld fest und verhängt eine Geldstrafe von 2.450 Euro.