Zwei Monate Haft nach Psychoterror. 53-Jähriger soll sich beharrlich auf Fersen einer Frau geheftet haben. Vor Gericht leugnet er.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 12. September 2019 (04:34)
NOEN, Symbolfoto

Vor über einem Jahr startete am Landesgericht der Prozess gegen einen 53-Jährigen aus Scheibbs, beharrliche Verfolgung legte die Staatsanwaltschaft ihm zur Last. Nach umfangreichem Verfahren wurde der vorbestrafte Mann nun teilweise schuldig gesprochen und zu neun Monaten teilbedingter Strafe, davon zwei Monate Gefängnis, verurteilt (nicht rechtskräftig). Hinter Gitter muss er aber nicht, den unbedingten Teil hat er in U-Haft verbüßt.

Wie berichtet soll der Angeklagte einer 30-Jährigen monatelang das Leben zur Hölle gemacht haben, geständig dazu war er im Prozess nicht. Sondern erklärte: „Ich bin selbst Opfer eines Stalkers.“

Schwer belastete ihn die 30-Jährige. „Das Schloss meiner Eingangstür war vier Mal mit Klebstoff verschmiert, eine Scheibe meines Autos war mit Lackstift beschmiert, der Lack des Autos war beschädigt. Anrufe mit unterdrückter Nummer habe ich Tag und Nacht bekommen, via SMS wurde ich wöchentlich mehrmals beschimpft und es wurde gedroht, Fotos von mir zu veröffentlichen. Drei Mal wurden meine Reifen aufgestochen“, erzählte sie vor Gericht.

Lange habe die Frau nicht gewusst, wer hinter diesen Taten stecke, sagte sie. Bis sie begann, sich Notizen zu machen. „Da hatte ich dann die Gewissheit und ich habe es nicht glauben wollen. Ich hatte ja ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm. Aber ich habe gesehen, dass er sich vor meiner Wohnung herumtreibt und am Parkplatz bei meinem Arbeitsplatz“, schilderte die Frau.