Auf verbales „Match“ kam Mann die Faust aus. Zwei junge Männer gingen vom verbalen Konflikt zum tätlichen über.

Von Karin Katona. Erstellt am 13. Februar 2020 (04:26)
Symbolbild
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Worum es bei dem Streit ging, der dazu führte, dass ein junger Wieselburger auf einen Bekannten losging, weiß von den Beteiligten keiner mehr. Bekannt ist nur das Resultat: Eine Anzeige und ein Verfahren am Bezirksgericht Scheibbs am Mittwoch.

„Ich bin sicher, auch in Tirol wird man Sie für etwas brauchen können.“Bezirksrichter Baumschlager

Zumindest über Beginn und Ort des Zwists waren sich die Angeklagten einig. Vor der Wohnung seines Bekannten habe er mit einer Gruppe von Burschen und Mädchen auf ein Auto gewartet, erzählte einer der Beschuldigten.

Spät nachts sei es gewesen: „Wir haben alle was getrunken gehabt. Wir sind vor dem Haus gestanden, wo er wohnt, und auf einmal ist er gekommen und einer von unserer Gruppe und er haben sich ein verbales Match geliefert.“

Er, das ist der Erstangeklagte, dem nach dem „verbalen Match“ die Faust auskam. Allerdings nicht gegen seinen Streitpartner, sondern gegen dessen Freund, der sich eingeschaltet hatte und jetzt mit ihm vor Gericht sitzt. „Er hat mich ins Gesicht geschlagen. Ich habe mich nur verteidigt. Ich habe ihn zu Boden gezogen und wir sind beide hingefallen.“

Vor dem Richt kam die reumütige Einsicht

Der Schlag ins Gesicht hatte eine Schwellung über der Augenbraue zur Folge, der gemeinsame Sturz Prellungen und Abschürfungen bei beiden Kontrahenten. Der in Begleitung seines Anwalts erschienene Erstangeklagte, der laut eigenen Angaben auch „etwas getrunken“ hatte, legte ein reumütiges Geständnis samt Entschuldigung ab: „Es tut mir leid. Ich hätte mich nicht so provozieren lassen sollen. Ich ersuche um eine Diversion.“

Der Zweitangeklagte wunderte sich über die ärztliche Diagnose, sein Kontrahent habe Prellungen erlitten: „Stimmt, ich habe ihn zu Boden gerissen. Aber so schlimm, dass man deshalb Prellungen bekommt, war das sicher nicht. Ich erkläre mich für nicht schuldig.“

Er selber habe „einen Blauen“ davongetragen. Dieses Hämatom sei in der Verletzungsanzeige nicht enthalten, stellte der Richter fest und plädierte dafür, das Verfahren mit einer Probezeit von zwei Jahren einzustellen. Ganz ungeschoren kamen die beiden Raufhansel allerdings nicht davon. Der Erstangeklagte wurde zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt, der Zweitangeklagte zu fünfzig Stunden. „Ich lebe in Tirol, wie soll ich da gemeinnützige Stunden verrichten?“, wunderte sich dieser. „Ich bin sicher, auch in Tirol wird man Sie für etwas brauchen können“, tröstete ihn Bezirksrichter Oliver Baumschlager.