Lenker war plötzlich auf der anderen Fahrbahn. Übermüdung und Alkoholeinfluss führten zu Unfall – und vor den Bezirksrichter.

Von Karin Katona. Erstellt am 12. Februar 2020 (04:31)
Symbolbild
Namning/Shutterstock.com

Der Schaden wäre für den Angeklagten eigentlich hart genug: Er kommt auf Krücken in den Verhandlungssaal, ist noch mindestens bis April im Krankenstand.

Bei einem von ihm verursachten Verkehrsunfall hat er nicht nur ein anderes Auto gerammt, dessen Lenker leichte Körperverletzungen davontrug. Er hat auch sich selbst schweren Schaden zugefügt.

„Hatte fünf Tage hintereinander Nachtschicht und wenig Schlaf“

Warum er mit seinem Wagen an dem verhängnisvollen Morgen im vergangenen August auf dem Heimweg von der Nachtschicht auf die andere Straßenseite geraten ist, kann der ungarisch-stämmige Schichtarbeiter nur vermuten: „Ich hatte fünf Tage hintereinander Nachtschicht und wenig Schlaf. Und es war privat eine schwierige Zeit für mich. Es wird wohl Sekundenschlaf gewesen sein“, gibt er vor Bezirksrichter Baumschlager an.

Die zwei Bier, die der Angeklagte nach der Arbeit getrunken haben will, dürften doch etwas mehr gewesen sein: 1,6 Promille Alkohol waren nach seiner Einlieferung im Krankenhaus gemessen worden.

Das reumütige Geständnis und den unbescholtenen Lebenswandel lässt der Richter als Milderungsgründe gelten und verurteilt den Unfalllenker zu einer Geldstrafe von 720 Euro.