Wittur-Geschäftsführer Bach: „Wir sind gut gerüstet“. Der größte Arbeitgeber in Scheibbs, die Wittur Austria GmbH, will gestärkt aus der Coronakrise hervorgehen. Die NÖN sprach mit Geschäftsführer Michael Bach.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 12. November 2020 (03:54)
Michael Bach, Geschäftsführer der Wittur Austria GmbH, blickt trotz Coronakrise positiv in die Zukunft. Die Auftragsbücher des Aufzugkomponentenherstellers in Scheibbs sind gut gefüllt.
Wittur

NÖN: Wie schaut aktuell die wirtschaftliche Lage bei Wittur aus? Gibt es Auswirkungen durch die Coronakrise? Sind die Auftragsbücher noch voll und kann man optimistisch nach vorne blicken oder hält sich der Optimismus schon sehr in Grenzen?

Michael Bach: Nach einem durchwachsenen Frühjahr und Sommer sieht die Auftragslage in Scheibbs gut aus. Lediglich unsere südlichen Nachbarländer hängen noch ein wenig hinterher. Wie es sich in den nächsten Monaten weiter entwickelt, ist aber fraglich.

Bei unserem letzten Treffen im Frühjahr haben wir von Investments von mehr als einer Million Euro in die Automatisierungsprozesse gesprochen. Wie weit sind diese schon umgesetzt beziehungsweise gibt es die neue 3D-Laserzelle bereits – oder hat hier die Corona-Pandemie den Schwung etwas abgebremst?

Der Investitionsplan schreitet genauso voran, wie wir es geplant haben. Der 3D Laser produziert bereits und weitere Roboterzellen wurden in den letzten Monaten in Betrieb genommen. Wir sehen dies als Chance, gestärkt aus der Situation herauszukommen und den Standort Scheibbs weiter zu stärken.

Wie geht es Ihrem Unternehmen mit den aktuell auch im Scheibbser Bezirk stark steigenden Corona-Infektionszahlen?

Im Werk haben wir alle notwendigen Maßnahmen umgesetzt und verfolgen diese auch akribisch. Viele Mitarbeiter sind wieder in Home Office. Wo dies nicht möglich ist, setzen wir auf diverse Schutzmaßnahmen. Das Werk produziert uneingeschränkt weiter.

Gibt es schon viele positive Fälle bei Ihnen in der Firma?

Wir haben ein paar wenige aktive Fälle und ich wünsche den Betroffenen alles Gute. Ich bin persönlich mit den Erkrankten in Kontakt und wir koordinieren gemeinsam mit den Betriebsräten alle notwendigen Schritte. Ein großer Dank geht hier auch an die Covid Fighters, die einen hervorragenden Job machen und uns regelmäßig unterstützen.

Mit den positiven Fällen nehmen auch die Quarantänefälle stark zu. Wirkt sich das auf den Betrieb aus?

Der Betrieb kann bislang vollständig aufrecht erhalten werden. Wir sind gut gerüstet, um die Kunden weltweit weiterhin beliefern zu können.

Wir haben auch einen Anruf eines Mitarbeiters Ihres Unternehmens bekommen, der behauptet hat, dass ein Produktionsleiter in einer Besprechung angeordnet habe, bei einer positiven Testung keine Kontaktpersonen aus der Firma anzugeben. Was können Sie dazu sagen?

Dies kann ich nicht bestätigen. Sämtliche Kontaktpersonen werden sofort ausgeforscht und zum Testen zu den Covid Fighters geschickt. Die Transparenz ist hier enorm wichtig, um eine Ausbreitung innerhalb der Firma zu vermeiden. Wir arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen. Ich bin auch sehr stolz darauf, dass wir bis dato keine einzige nachgewiesene Ansteckung innerhalb der Firma hatten. Dies zeigt, dass die Mitarbeiter äußerst verantwortungsvoll mit der Situation umgehen und die getroffenen Maßnahmen greifen.