"Tschechen" feiern ihre Laufbahn . 20 Jahre „die Tschechen“ Sie sind so was wie die Mnozil Brass der Region und feiern ihr Jubiläum am 9. November im Schloss Weinzierl.

Von Karin Maria Heigl. Erstellt am 01. November 2019 (03:39)
Hansi Pernkopf an der Tuba, Schlagzeuger Robert Lutz, David Kammerstätter (Trompete), Hansi Pernkopf (Posaune), die Trompeter Stefan Jandl, Stefan Buxhofer und an der Bass-Trompete Beni Kammerstätter.
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Die Tschechen sorgen seit 20 Jahren musikalisch für Unruhe – natürlich im positiven Sinn. Überall da, wo die ungewöhnliche Brass-Partie auftritt, sind nicht nur musikalische Höhenflüge, sondern auch gute Laune garantiert. Gestartet hat die Laufbahn dieser kreativen Musiker bereits in deren Kindertagen. Die sechs Kammerstätter-Pernkopf-Cousins waren schon früh dafür zuständig, bei Familienfeierlichkeiten zu spielen – was bei so einer großen Verwandtschaft, wie der von den Kammerstätters und Pernkopfs einem regelmäßigen Engagement gleichkam.

Die Geburtsstunde der Tschechen im Jahr 1999

Als der erste unter den Cousins seine Sponsion in Wien hatte, entstand die Idee zu den Tschechen. Für ihren ersten Auftritt in der Hauptstadt sollte statt den traditionellen Märschen und Polkas ein bisschen was Neueres her. Beni Kammerstätter erklärte sich bereit, Noten im Stile von Mnozil Brass zu schreiben und es dauerte nicht lang, da kreuzte er wirklich mit eigens arrangierter flottester Marschmusik, zündenden tschechischen Polkas, alten Schlagern und neuer Popmusik auf.

Es war für die Musiker kaum zu glauben, dass er das geschafft hatte – doch „die Tschechen“ waren damit gegründet.

Wie es zu dem Namen kam, wissen die Tschechen selbst nicht mehr so genau. „Es liegt natürlich daran, dass wir böhmische Blasmusik gern haben. Aber der Name hat auch damit zu tun, dass wir bei so manchen Proben oder Auftritten das eine oder andere Seiterl Wieselburger ‚tschecherten‘.“

Die Besetzung der Brass-Partie ist leicht erklärt – wenn auch die dazugehörigen Musiker heute manchmal wechseln. „Wir starteten als streng von eins bis fünf durchnummerierte Verwandtschaftspartie“, erzählt Beni Kammerstätter. Die Gründungsmitglieder hießen 1-5er-Tschech: David Kammerstätter (1er), Georg (2er) und Hansi Pernkopf (3er), Beni Kammerstätter (4er) und Michi Pernkopf (5er). „Stephan Pernkopf – der ja auch die Gründungsursache war – hat kurz Trommel gespielt, die ersten Auftritte vermittelt und wurde rasch zum Ehrenpräsidenten auf Lebenszeit nach oben befördert“, verrät Beni mit einem Augenzwinkern. Schon in den ersten sechs bis sieben Jahren umrahmten die Tschechen unzählige Veranstaltungen, Frühschoppen und ähnliches in Österreich, Bayern, Südtirol und Istanbul, bevor sie ihr Ensemble dann aufstockten.

Die Anfänge der Tschechen: zwei Kammerstätter-Brüder (links) und vier „Pernköpfe“ - Stephan damals noch an der Trommel.
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6er-Tschech war der leider schon verstorbene Franz Elser. Im Laufe der Jahre kamen Stefan Buxhofer (7er), Robert Lutz (8er), Stefan Jandl (9er) und Reini Niklas (10er) dazu, außerdem Gerhard Kastenberger und Reini Dollfuß als „Edelsubstituten“.

Zu den größten Erfolgen der lebhaften Brass-Partie gehören zweifellos ihre vier CD-Produktionen, sowie ihre großen Konzerte auf der Ö1-Bühne am Donauinselfest, dem Speckfest in Bozen, bei Volksmusikfestivals in Bayern und der Steiermark und Auftritte bei großen Veranstaltungen von Wien bis Linz.

„Ein Highlight ist immer der Frühschoppen rund um die Sonnenwende beim Musikverein Rossatz, wo wir heuer zum zehnten Mal mitgespielt haben“, verrät der 4er-Tschech stolz. Eine große Ehre waren auch die Heimspiele bei hiesige & dosige 2010 und 2018.

Ihr Repertoire, das von den eigens arrangierten Kinderliedern à la „Biene Maja“ bis hin zu rassigem Balkanjazz reicht, ist ebenso umfangreich wie beliebt und auch für private Festivitäten wunderbar geeignet.