Schloss: „Wir machen das, was notwendig ist“. Alte Molkerei wird immer mehr zu Schandfleck. Weiterverkauf nicht in Sicht.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 29. September 2014 (12:53)
NOEN, privat
Das ehemalige Molkerei- und Versuchsanstaltengebäude beim Schloss Wolfpassing hat auch schon einmal bessere Zeiten erlebt. Derzeit regieren dort Stauden, Gräser und Brennnesseln. »Wir investieren sicher kein Geld in die Erhaltung eines Gebäudes, das seit seiner Stilllegung dem Abriss und Verfall preisgegeben ist«, betont Gebäudeverwalter Dieter Marhold. Was die Zukunft für dieses Gebäude und das Wolfpassinger Schloss-Areal bringen wird, weiß auch Marhold nicht. »Da müssen Sie Herrn Hufnagl fragen«, sagt Marhold. Nur dieser war einmal mehr für die NÖN nicht erreichbar.
Es ist noch gar nicht so lange her, da war das zum Schloss Wolfpassing gehörende ehemalige Molkerei- und Versuchsanstaltengebäude das „Mekka der österreichischen Milchwirtschaft“. Heute ist es ein zum Abriss bestimmtes Gebäude. Die Stauden wuchern bei der Rampe und den Zufahrten, Gras und Brennnesseln bewachsen die Vordächer.

„Investieren nichts in ein Gebäude, das dem Verfall preisgegeben ist“

„Ein echter Schandfleck, der so gar nicht zum ansonsten so gepflegtem Ortsbild passt. Dazu kommt diese Unsicherheit, wann etwas beziehungsweise was überhaupt mit dem gesamten Schlossareal passiert. Böse Zungen sprechen ja schon von einem Nobelbordell oder einen Flüchtlingsquartier. Beides würde die Wolfpassinger Bevölkerung sicher sehr goutieren“, meint ein inzwischen schon sehr zynischer Hans Grubhofer, der fast 40 Jahre in der Bundesanstalt für Milchwirtschaft Wolfpassing beschäftigt war.

Ein Kritikpunkt, der Dieter Marhold realtiv kalt lässt. Marhold verwaltet mit seiner „Dr. Marhold Immobilien GmbH“ das gesamte Areal für den Eigentümer, die „TH SW Liegenschaftsbesitz GmbH“ von Tobias Hufnagl.

„Wir investieren sicher nichts in ein Gebäude, das seit seiner Stilllegung dem Verfall preisgegeben ist. Ansonsten wird das gesamte Areal von uns in Schuss gehalten. Allerdings machen wir derzeit natürlich nur das, was unbedingt notwendig ist. Es sind ja auch nur mehr zwei Wohnungen bewohnt, sprich es werden nur rund 200 der insgesamt 8.500 Quadratmeter Nutzfläche genutzt. Das muss man auch berücksichtigen“, sagt Dieter Marhold.

Nur der Gemeinde-Abwasserverband wartet auf sein Geld

Außenstände gäbe es allerdings keine, dementiert Marhold anderslautende Gerüchte. Einzig der Gemeinde-Abwasserverband wartet seit einem Jahr auf sein Geld. Nur da ist Marhold auch nicht willig zu zahlen, weil dort in der Rechnung noch 8.500 Quadratmeter als Basis aufscheinen.

GAV-Obmann Franz Sonnleitner sieht das emotionslos: „Wir haben dem neuen Eigentümer denselben Betrag vorgeschrieben wie der BIG, mit der es eine Vereinbarung gegeben hatte. Bisher ist noch kein Geld eingegangen, aber es ist auch kein Gespräch mit uns gesucht worden. Da lässt sich einiges regeln“, ist Sonnleitner überzeugt.