Schülerinnen retteten ertrinkenden Ybbsitzer. LEBENSRETTUNG / Zu zwei Badeunfällen kam es vorige Woche: Ein Ybbsitzer und eine Purgstallerin mussten reanimiert werden.

Erstellt am 10. Juli 2012 (07:12)
An dieser Stelle des Ybbsitzer Freibades zogen Bademeister Josef Nachbargauer, Jennifer Fösl, Barbara Dienstbier und Franz Fuchslueger (v.l.) den 52-jährigen Hermann G. aus dem Wasser und holten ihn wieder ins Leben zurück. LEO LUGMAYR
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VON LEO LUGMAYR UND CHRISTIAN EPLINGER

YBBSITZ, PURGSTALL / Die Erste Hilfe Grundschulungen bei Pfadfindern und in der Hauptschule haben sich für den 52-jährigen Ybbsitzer Hermann G. bezahlt gemacht. Denn als er vergangenen Donnerstag nach Durchtauchen der Länge des 25 Meter-Beckens reglos am Beckenboden liegen blieb, reagierten die Hauptschülerin Jennifer Fösl (12) aus Ybbsitz und Barbara Dienstbier (14) aus Gresten sofort. Sie holten den bereits leblos am Beckengrund Liegenden gemeinsam an die Wasseroberfläche und leiteten zusammen mit Bademeister Josef Nachbargauer (52) und Kilian Wolloner (13) die Wiederbelebung ein.

„Keine Atmung, kein Puls, kein Kreislauf“, stellte der Bademeister fest, der sofort den Rettungsnotruf alarmieren ließ, während er gemeinsam mit Franz Fuchslueger die Reanimation vornahm. Fuchslueger ist ein Mitglied des Reanimationsteams des Landesklinikums Waidhofen und war zufällig privat im Bad gewesen.

„Bereits nach mehreren Herzdruckmassagen kehrte das Leben in den Körper von Hermann zurück“, erinnert sich Nachbargauer an die Schrecksekunden.

Zu dem Zeitpunkt stieg bereits in wenigen Kilometern Entfernung der durch den Rettungsnotruf alarmierte Rettungshubschrauber Christophorus 15 mit Captain Roland Eslitzbichler und Arzt Georg Misof an Bord zum Einsatz auf. Das C-15-Team fand den 52-Jährigen bereits reanimiert vor und flog ihn mit dem Notarzt-Hubschrauber in das Landesklinikum Amstetten, wo man ihn in Tiefschlaf versetzte.

Studentin trieb regungslos  im Purgstaller Freibad

Dramatische Szenen spielten sich auch am Sonntag im Purgstaller Freibad ab. Eine 20-jährige Studentin aus Purgstall trieb plötzlich regungslos auf der Wasseroberfläche. Die Purgstallerin dürfte beim Schwimmen einen epileptischen Anfall erlitten haben. Ein Kind bemerkte den Vorfall und alarmierte Bademeister Hans Zeller. Der sprang sofort ins Wasser und zog die Studentin, die eine geübte Schwimmerin ist, aus dem Wasser. Am Beckenrand begann Zeller gemeinsam mit einer Ärztin, einer Krankenschwester und einem Rot-Kreuz-Mitarbeiter - alle drei waren zufällig als Badegäste anwesend - mit der Reanimation der 20-Jährigen.

„So einen Dienst wünscht man sich nicht. Es waren dramatische Minuten. Aber zum Glück hat die Ersthelferkette super funktioniert. Das hat dem Mädchen das Leben gerettet“, schildert Hans Zeller gegenüber der NÖN. Der Notarzthubschrauber C-15 flog die inzwischen stabilisierte Studentin ins Landesklinikum Amstetten.