Volksschule Purgstall verlor eine Klasse. Die vielen Abmeldungen sorgten für Zusammenlegungen von Schulklassen.

Von Karin Katona, Anna Faltner und Claudia Christ. Erstellt am 15. September 2021 (05:17)
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Aus vier mach drei – so lautete die Rechnung für die Direktorin der Volksschule Purgstall, Manuela Gutlederer, bei der Zusammenstellung der ersten Klassen für das neue Schuljahr. Der Grund: Sechs Taferlklassler wurden von ihren Eltern abgemeldet und werden zuhause unterrichtet. Die Schule unterschreitet damit die Mindestschüleranzahl für die geplanten vier Klassen. Auch in anderen Klassen gab es Abmeldungen, insgesamt sind 12 Schüler im häuslichen Unterricht. Sie habe mit allen Eltern Gespräche geführt, sagt Gutlederer: „Wir sind um guten Dialog bemüht.“ Sie müsse für den Fall vorsorgen, dass die Kinder wieder zurück in die Schule kommen: „Ich kann nicht während des Schuljahrs eine neue Klasse gründen. Aber wir müssen flexibel sein.“

VS: Lehrer integrieren Tests in den Unterricht

In der Volksschule Steinakirchen sind Schulabmeldungen laut Direktorin Heidelinde Berger kein großes Thema. „Bei uns sind fast alle da“, sagt sie. Die vorgegebenen Maßnahmen waren auch in der ersten Schulwoche kein Problem. „Die Großen wussten ja schon, was zu tun ist. Bei den jüngeren Kindern waren anfangs die Eltern mit dabei. Aber auch die neuen Spültests haben reibungslos funktioniert“, erzählt die Schulleiterin.

An der Volksschule Wieselburg wurden sechs Schüler von ihren Eltern vom Unterricht abgemeldet. „Mit einigen davon hab ich Gespräche geführt, andere haben ihre Kinder während der Ferien abgemeldet“, sagt Direktorin Helga Jungwirth. „Nachvollziehen kann ich diese Vorgangsweise nicht, denn für die Schüler ist das Testen überhaupt keine Schwierigkeit.“
Eine Mutter, die ihre Kinder zuhause unterrichtet, ist die Purgstallerin Ernestine Sonnleitner, Lehrerin an der ASO Scheibbs. Die Corona-Tests sind für sie nicht der Grund: „Meine Kinder und ich haben während des Distance Learnings im vergangenen Schuljahr bemerkt, dass wir mit dem Lernstoff sehr schnell durch waren und dann noch viel Zeit für andere Dinge hatten.“ Darum habe sie sich für ein Jahr karenzieren lassen: „Ich habe meine Kinder gefragt und sie haben sich gewünscht, weiter daheim zu lernen. Es ist eine schöne Erfahrung, so viel Zeit mit ihnen zu haben.“

Mit anderen Eltern hat Sonnleitner den Verein „Wuazelwerk“ gegründet, der Familien, deren Kinder zum häuslichen Unterricht angemeldet sind, unterstützt. „Wir geben den Kindern die Möglichkeit, soziale Kontakte zu pflegen. Es wird gebastelt, gespielt, bei schönem Wetter gibt es viele Aktivitäten draußen. Jede Mitgliedsfamilie bringt sich ein“, sagt Sonnleitner. „Die Eltern sind sehr motiviert, es gibt viele Ideen.“ Gelernt wird in der gemeinsamen Zeit nicht: „Wir sind kein Lernverein. Für den Unterricht sind die Eltern alleine zuständig.“