Bedarf an Betreuung im Bezirk ist gestiegen. Bedarf an Betreuung ist höher als beim ersten Lockdown. Distance-Learning funktioniert gut, doch es fehlt an Computern.

Von Claudia Christ. Erstellt am 02. Dezember 2020 (03:44)
Unterricht in der NMS Wieselburg: Bis zu zwölf Schüler kommen derzeit täglich hierher zum Lernen.
NMS Wieselburg

Schule findet derzeit überwiegend wieder Zuhause anstatt im Klassenzimmer statt. Zumindest ist das noch bis zum 6. Dezember so. Ob und wie es dann mit dem Schulbetrieb weitergehen wird, darüber macht sich auch Manuela Auer, Direktorin der Volks- und Mittelschule Randegg ihre Gedanken: „Dass wir vor Weihnachten noch uneingeschränkten Unterricht haben werden, das glaub ich eigentlich nicht.“

Doch ganz leer sind die Klassen in der Schule auch jetzt nicht, „denn im Gegensatz zum ersten Lockdown ist bei uns der Betreuungsbedarf gestiegen, vor allem in der Volksschule.“ Täglich betreuen zwei Lehrer in der Volksschule und zwei in der Mittelschule die Schüler.

Zudem findet zweimal in der Woche Unterricht in der Klasse für Kinder mit vermehrtem Lernbedarf statt. „Das wird gut angenommen, denn Unterricht zu Hause ist für Eltern und Schüler nicht einfach, zumal es oft auch an den technischen Voraussetzungen scheitert“, weiß sie. Nicht jedes Kind hat einen eigenen Computer zur Verfügung. Hilfe hat dabei auch die NÖ Bildungsdirektion zugesagt.

Zu wenig Laptops für Schüler erhalten

„Doch das läuft nicht ganz reibungslos, denn wir haben 16 Laptops bestellt und bei der ersten Lieferung nur zwei bekommen“, ärgert sie sich.

Andere Schule, selbes Problem: Auch in der NMS Wieselburg wartet man bislang noch auf ausständige PCs. „Insgesamt neun der 15 bestellten Laptops haben wir erhalten, aber der Bedarf ist noch größer“, informiert Direktorin Waltraud Puppenberger. Hier werden derzeit täglich an die zwölf Schüler in drei Gruppen in den großen EDV-Sälen betreut. „Die Schüler kommen hauptsächlich hierher, wenn sie zuhause keinen Computer zur Verfügung haben, oder Unterstützung beim Disdance-Lerning benötigen“, erklärt sie.

Besondere Hilfe beim Lernen brauchen die Volksschüler. „Rund 30 Schüler kommen täglich zu uns, überwiegend sind es Erstklassler“, sagt VS-Direktorin Ruth Brüller in Scheibbs. Für die Jüngsten sei es besonders schwierig, denn sie hatten nur eine kurze Eingewöhnungsphase und sind mit den Arbeitstechniken noch nicht so ganz vertraut. Mit Arbeitsblättern und computerunterstütztem Lernen wird hier der Lernstoff vermittelt. „Das klappt sehr gut, auch die Rückmeldungen der Eltern sind durchwegs positiv“, meint die Direktorin. Einmal pro Woche werden die erledigten Arbeitsaufträge in der Schule abgegeben und die neuen mitgenommen.

Dass es aufgrund des Home-Schoolings Lerndefizite gibt, glauben die befragten Direktorinnen nicht. „Sobald der Lehrer feststellt, dass es so ist, wird er Schüler am nächsten Tag in die Schule geholt und bekommt so die notwendige Unterstützung“, lautet der Tenor. Zudem sind in den Mittelschulen die Schüler täglich mit den Lehrern in Kontakt, Lernziele und Arbeitsaufträge werden kontrolliert.

Das ist auch im Gymnasium Wieselburg so. Dort ist der Bedarf an Betreuung relativ gering, zehn bis fünfzehn Schüler kommen täglich in die Schule. „Etwas mehr als im ersten Lockdown“, weiß Direktorin Sigrid Fritsch. „Einige haben zuhause keinen Zugang zum Computer und nützen die Möglichkeiten, die wir ihnen bieten können.“ Generell, sagt Fritsch, funktioniere das Distance-Learning gut.

Verbesserungspotenzial gäbe es laut den Direktorinnen aber noch beim Informationsfluss: „Wir erhalten die Informationen vom Ministerium sehr kurzfristig. Das macht das Planen nicht einfach“, meint Auer.