Kapitäne vom Lunzer See übergeben Bootsvermietung . Nach 34 Jahren werden Karl und Sonja Leichtfried ihre Bootsvermietung nach der Saison übergeben.

Von Claudia Christ. Erstellt am 26. Mai 2019 (04:34)
Claudia Christ
Claudia Christ

Die hinter den Wolken auftauchende Sonne spiegelt sich im glasklaren Wasser des Lunzer Sees. Nach dem Schlechtwetter der vergangenen Wochen kann Bootsvermieter Karl Leichtfried nun wieder langsam aufatmen. „Schlechtes Wetter heißt für uns kein Umsatz“, sagt er und manövriert eines seiner großen Ausflugsboote für eine angekündigte Reisegruppe an den Anlegesteg.

Grundstein im Jahre 1867 gelegt

Seit 34 Jahren betreibt er gemeinsam mit seiner Frau Sonja den Bootsverleih. Den Grundstein für den Familienbetrieb hat im Jahr 1867 sein Großvater gelegt. „Wir sind ein traditioneller Familienbetrieb und in zwei Jahren feiern wir unser 140. Jubiläum“, erzählt Leichtfried stolz.

Insgesamt 70 Boote nennt er sein Eigen, und bei Schönwetter am Wochenende sind alle Tret-, Ruder- und Elektroboote im ständigen Einsatz. „Da kann es schon mal zu Wartezeiten kommen“, sagt die mittlerweile pensionierte Seniorchefin. Mit dem Boot auf dem Bergsee zu schippern, das hat auch im Laufe der Zeit für die Besucher seinen Reiz nicht verloren.

„Wir haben viele Stammgäste, und Urlauber aus der ganzen Welt haben sich bei uns schon ein Boot gemietet.“ Was sich jedoch mit den Jahren verändert hat, ist das Urlaubsverhalten, stellt der 64-Jährige fest: „Die Gäste bleiben kürzer in Lunz, alles ist viel hektischer geworden.“ Eine Fahrt am See ist da oftmals eine nette Abwechselung vom stressigen Alltag. Ab drei Euro pro Stunde mit dem Ruderboot ist man mit dabei. Gefahren wird ab Ostern bis Ende September, je nach Witterung.

Im Winter werden die Boote dann liebevoll renoviert und repariert. Dass Leichtfried den Beruf des Tischlers erlernt hat, kommt ihm da sehr zu gute. „Es steckt schon sehr viel Arbeit dahinter, die Boote in Schuss zu halten. Das ist eine Arbeit, die keiner sieht“, sagt Leichtfried.

Sohn Michael übernimmt

Mit Ende dieser Saison beginnt für die Bootsvermietung Leichtfried eine neue Ära. Denn Sohn Michael wird den Betrieb von seinem Vater in der vierten Generation übernehmen. Doch auch im Ruhestand kann sich Leichtfried Senior ein Leben ohne seinen Boote nicht vorstellen. „Große Reisen sind nichts für mich, ich finde es hier am schönsten“, sagt er und blickt auf die idyllische Seekulisse. Was er sich wünscht? „Es ist wichtig, dass es weitergeht und die Tradition in Lunz erhalten bleibt“. Ein Wunsch, der sich sicherlich bei mittlerweile sechs Enkelkindern erfüllen wird.