Eine ganz besondere Badesaison im Bezirk Scheibbs. Wetter und Covid-19 sorgten für unbeständigen Start. Die heißen Tage werden von den Gästen aber gut genutzt.

Von Anna Faltner. Erstellt am 05. August 2020 (04:22)
Zufrieden mit der heurigen Badesaison im Freibad Steinakirchen (von links): Herbert Wallner, Ortschef Wolfgang Pöhacker, Thomas Philipp (Amtssachverständiger bei Amt der NÖ Landesregierung) und Bademeister Hans Winterspacher.
Faltner

So richtig sommerlich hat sich der Sommer dieses Jahr noch nicht gezeigt. Die Tage, an denen die Temperaturen die 30 Grad erreicht haben, sind überschaubar. Noch im Frühjahr war die Sorge, wenn man an das Freibad dachte, aber eine ganz andere. Nämlich wie der Badespaß während der Coronakrise aussehen wird. Die NÖN hat sich in den Freibädern des Bezirks umgehört.

„Ganz bescheiden, es ist schleppend losgegangen“, gibt der Wieselburger Bademeister Markus Feierfeil gleich zur Antwort. Ein Hitzesommer war es ja bisher nicht. Die wenigen richtigen Badetage wurden im Wieselburger Freibad aber dafür umso mehr genutzt. „Wir haben fast Glück, dass wir nicht so einen schönen Sommer haben, wie in den letzten Jahren, sonst müssten wir aufgrund der begrenzten Besucherzahlen und des Ansturms vermutlich zusperren“, erzählt Feierfeil.

Der Bademeister meint, dass viele Leute aufgrund des Coronavirus nicht in den Urlaub fahren und stattdessen vermehrt das Freibad aufsuchen. „Aber nicht nur Einheimische, dieses Jahr sind auch viele Fremde, vermutlich Ausflügler mit der Niederösterreich Card, bei uns zu Gast“, berichtet er. In der Wieselburger Badewelt ist bis auf den Strömungskanal alles in Betrieb – hier wäre es schwierig gewesen, den Mindestabstand einzuhalten. Mit dem Verhalten der Besucher ist der Bademeister grundsätzlich zufrieden: „Die Erwachsenen halten sich zu 90 Prozent daran. Die Kinder muss man, speziell beim Sprungturm oder bei der Rutsche, daran erinnern, dass die Krankheit noch präsent ist. Aber das sind eben Kinder.“

Liegewiesen bieten Platz für alle Gäste

„Den Umständen entsprechend“ ist man auch in Steinakirchen mit der diesjährigen Badesaison zufrieden. Liegewiese und Schwimmbecken bieten trotz Corona-Richtlinien Platz für 800 Badegäste. „Und das müssten schon Spitzentage sein, an denen wir diese Anzahl erreichen“, lacht Herbert Wallner, der Bademeister Hans Winterspacher seit diesem Jahr in dieser Funktion unterstützt.

Seit dem Saisonstart am 3. Juni stand die Eingangstür bis auf ein paar starke Regentage immer offen. „Wir haben einen starken Wechsel bei den Badegästen. Vormittags kommen viele Senioren zum Schwimmen, am Nachmittag sind die Kinder dran“, informiert VP-Bürgermeister und Gemeindeverbandsobmann Wolfgang Pöhacker. Mit Markierungen und Schildern beim Buffet, Sprungturm und Rutsche wird auf den Ein-Meter-Abstand hingewiesen, Desinfektionsmittel ist ebenfalls vorhanden. Von den Badegästen werden diese Maßnahmen auch großteils eingehalten.

„Der Badebesuch wirkt wirklich normal und das finde ich auch gut so. Ich sehe im Freien keine große Gefahr.“Eva Hottenroth, Obfrau vom Verein Badretter, Scheibbs

Wegen der Covid-19-Richtlinien kann sich Eva Hottenroth, Obfrau vom Verein „Die Badretter und -retterinnen“ in Scheibbs, nicht beklagen. Dafür wegen dem Wetter. „Auf das Wetter bin ich schon böse. Vor allem im Juni hätte es schon besser sein können“, sagt sie. Sollte das Allwetterbad dieses Jahr Einbußen verzeichnen, dann vermutlich eher aufgrund des Schlechtwetters als wegen der Coronakrise. Aber auch die ging nicht spurlos am Scheibbser Bad vorbei. Denn gleich mit März musste das Hallenbad schließen. „Da dürften maximal 30 Personen rein. Das wäre weder wirtschaftlich, noch praktikabel“, erklärt die Obfrau. Aus diesem Grund mussten auch alle Schwimmkurse abgesagt werden. Zwar werde das von vielen Seiten bedauert, der Verein hat aber Verständnis für die Entscheidung der Stadtgemeinde.

Ist das Wetter auf der Seite der Badretter, dann ist auch die „Wanne“ gut besucht. „Die Rutsche ist momentan nicht zugänglich. Das ist zwar sehr schade für die Kinder. Aber wir haben trotzdem viele Besucher, vor allem Familien, die die Sommertage bei uns verbringen. Und man merkt, dass mehr Sommerfrischler hier sind“, ist Hottenroth zufrieden. Abstand halten sei aufgrund der großen Liegewiese auch kein Problem, bis zu 800 Personen dürften sich gleichzeitig auf dem Areal aufhalten. „Ich sehe da keine große Gefahr. Wir sind im Freien und die Abstandsregeln werden gut eingehalten. Der Badebesuch wirkt wirklich normal und das finde ich auch gut so.“ Wie viele Personen ins 26 Grad kühle Wasser (gleichzeitig) eintauchen dürfen, steht übrigens am Beckenrand beschrieben. Griffe und Schnallen werden regelmäßig desinfiziert.

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