Steinakirchner Schüler: Wenn großer Eifer siegt .... Die Steinakirchner Volksschüler haben 977 Handys für die Aktion „Die Ö3-Wundertüte macht Schule“ gesammelt – und sind damit die Nummer eins in Österreich.

Von Anna Faltner. Erstellt am 04. Februar 2021 (05:14)
Die Freude bei Kindern, Eltern und Lehrern in der Volksschule Steinakirchen ist riesig. Auf eine Feier muss aktuell zwar verzichtet werden, ein kleines „Siegerfoto“ mit einigen Schülern und Direktorin Heidelinde Berger durfte am Freitag aber nicht fehlen.
VS Steinakirchen

Ein Versuch ist gelungen, und zwar mit großem Erfolg. Die Volksschule Steinakirchen hat zum ersten Mal an der Aktion „Die Ö3-Wundertüte macht Schule“ teilgenommen und Handys für den guten Zweck gesammelt – gleich 977 Stück.

Wie der Radiosender vergangene Woche bekannt gab, ist das das beste Ergebnis aller teilnehmenden Schulen in Österreich. „Wir sind irrsinnig stolz auf die Kinder und auch auf die Eltern. Dass das wirklich so toll funktioniert, damit konnte niemand rechnen“, ist Volksschuldirektorin Heidelinde Berger fast sprachlos.

Der Sieg war eigentlich nicht das Ziel der Aktion, wie die Direktorin im NÖN-Gespräch erzählt. Denn angefangen hat es mit dem Thema Soziales Lernen. „Das ist uns in der Schule ein wichtiges Anliegen. Wir haben überlegt, wie wir das in der Realität praktizieren könnten, und nicht nur darüber reden.“

Von ihrer früheren Lehrtätigkeit war Berger die Ö3-Wundertüte noch in Erinnerung, die Idee, da mitzumachen, gefiel auch ihrem Kollegium.

„Und irgendwann hatte man dann schon das Gefühl, ganz Steinakirchen und Wolfpassing macht da mit.“ Heidelinde Berger, Direktorin der Volksschule Steinakirchen

Kurz zur Info: Schon seit 2005 sammelt Ö3 mit der Ö3-Wundertüte alte Handys und unterstützt damit Familien in Not in Österreich. Seit 2011 gibt es darüber hinaus auch die Aktion „Die Ö3-Wundertüte macht Schule“. Alle Schulen des Landes sind dabei aufgerufen, bei der „Ö3-Wundertüten-Challenge“ teilzunehmen. Das berichtete Direktorin Heidelinde Berger in einem Elternbrief, den sie zu Beginn der Aktion ausschickte.

Und dann trudelten die ersten Handys ein. „Am Anfang waren es eher einzelne Telefone. Aber dann hat das Ganze eine enorme Dynamik entwickelt. Zum Teil haben Eltern auch ihre Arbeitskollegen aktiviert, um noch mehr alte Handys zu sammeln“, schildert die Direktorin. Sie aktualisierte die Homepage der Ö3-Wundertüte immer und immer wieder.

„Und irgendwann hatte man dann schon das Gefühl, ganz Steinakirchen und Wolfpassing macht da mit. Das war besonders jetzt, in dieser schwierigen Zeit, schön zu sehen, was zusammen alles machbar ist, wenn alle an einem Strang ziehen“, ist Berger begeistert.

Dieser Tatendrang ist sehr schnell auf die Schüler übergesprungen. „Mir hat das Sammeln Spaß gemacht“, sagt Alexander Jungwirth, der gerade die zweite Klasse besucht. Und auch seine Klassenkollegin Tina Berger hat fleißig mitgeholfen. „Die Arbeitskollegen meiner Mama haben auch ihre Handys gebracht, dafür hab ich ihnen dann eine Zeichnung gemacht“, erzählt sie stolz.

VS Steinakirchen siegte mit großem Vorsprung

Warum die Kinder mitgemacht haben, wissen sie. „Damit wir armen Leuten helfen können“, betont die Zweitklässlerin. Und das lässt sich auch in Zahlen messen: In Summe wurden bei Gesamtaktion (also nicht nur die Spenden durch die Schulen) 391.000 alte Telefone gesammelt.

Das große Nachhaltigkeitsprojekt der Ö3-Gemeinde brachte dieses Jahr rund eine halbe Million Euro Spendengeld. Das Geld geht jeweils zur Hälfte an die Soforthilfefonds von Licht ins Dunkel und der Caritas und ermöglicht schnelle Hilfe für Familien in Notlagen.

Ein knapper Sieg der Volksschule Steinakirchen war es übrigens nicht: Mit einem Endergebnis von 977 Mobiltelefonen hatten die 188 Steinakirchner Volksschüler klar die Nase vorne. Auf Platz zwei landete die HTL Steyr, deren 891 Schüler insgesamt 699 Handys sammelten. Den dritten Platz holt sich die Mittelschule Kühnsdorf. Dort sammelten 172 Schüler 531 Handys. In Summe haben sich 296 Schulen aus ganz Österreich an der Aktion beteiligt, 9.266 Geräte wurden dabei gesammelt.