Das Wasser fließt bald wieder in Steinakirchen

Die Baustelle am Lonitzberg ist eingerichtet. Bis Herbst 2022 wird neue Wasserversorgung geschaffen.

Erstellt am 15. Juli 2021 | 07:55
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Beim Spatenstich (von links): Bauleiter Kurt Brüller (Traunfellner), Gemeinderat Thomas Stockinger, Bürgermeister Wolfgang Pöhacker, Ziviltechniker Stefan Schuster, Vizebürgermeisterin Iris Steindl, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landtagsabgeordneter Anton Erber und Ziviltechniker Raimund Schuster.
Foto: Anna Faltner, Anna Faltner

Solche Tage wünscht sich Bürgermeister Wolfgang Pöhacker (ÖVP) öfter. Spatenstichtage meint er. So einen Tag feierte die Marktgemeinde nämlich am vergangenen Dienstag – mit dem Baustart für die Wasserversorgungsanlage am Lonitzberg. Ein dringend notwendiges Projekt, das in Summe rund zwei Millionen Euro verschlingt.

240 Wassertransporte, die die Feuerwehr Steinakirchen in den letzten Jahren durchführte, sprechen für sich. „Die Brunnen sind trocken geworden. Wir haben am Lonitzberg ein großes Problem mit dem Wasser. Für uns ist das ein ganz wichtiges Projekt“, betont der Ortschef. Daher wurden schon 2018 mit dem Erstellen eines Trinkwasserplans die Weichen gestellt. Anhand dieser Ergebnisse fiel die Entscheidung, eine Wasserversorgungsanlage zu errichten, welche die rund 50 Haushalte am Lonitzberg mit dem öffentlichen Wassernetz verbindet.

„Wir haben derzeit ein großes Problem mit dem Wasser am Lonitzberg. Für uns ist das ein besonders wichtiges Projekt.“ Wolfgang Pöhacker, Bürgermeister Steinakirchen

25 Kilometer Wasserleitungen werden verlegt. In Blick Richtung Zukunft wird dabei auch gleich die Leerverrohrung für Glasfaser mitverlegt. 60 Kilometer Glasfaserkabel, die eine Verbindung in die Nachbargemeinde Wang schaffen. Ein weiteres Großprojekt der Marktgemeinde. Zusätzlich werden zwei Trinkwasserhochbehälter errichtet. Der erste verfügt über ein Speichervolumen von 80 Kubikmetern, der zweite über 30 Kubikmeter.

„Um das Wasser in die Hochbehälter zu befördern, sind zwei Drucksteigerungsanlagen mit zugehörigen fünf Kilometern Druckleitung notwendig“, erklärt Ziviltechniker Raimund Schuster, dessen Büro nicht nur für die Planung der Wasserversorgungsanlage, sondern auch für den Trinkwasserplan verantwortlich ist.

„Ich glaube, dass das ein Vorzeigeprojekt für den sehr ländlichen Raum ist, wo mit lebensnotwendigem Trinkwasser und der Errichtung eines Breitbandnetzes viele Synergieeffekte genutzt werden“ Raimund Schuster

Spannend: Der Weg vom Wasser bis hinauf zu den höchstgelegenen Liegenschaften umfasst 350 Höhenmeter. Weiters sind fünf Druckreduzierschächte notwendig, um für jede Liegenschaft die passenden Druckverhältnisse zur Verfügung zu stellen. „Ich glaube, dass das ein Vorzeigeprojekt für den sehr ländlichen Raum ist, wo mit lebensnotwendigem Trinkwasser und der Errichtung eines Breitbandnetzes viele Synergieeffekte genutzt werden“, sagt Schuster.

„Wir müssen schauen, dass das bei den Haushalten ankommt. Und gleichzeitig müssen wir aufpassen, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt.“ Stephan Pernkopf

Lob für das Projekt kam beim Spatenstich auch von Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf: „Ohne Wasser gibt‘s kein Leben. Wir müssen schauen, dass das bei den Haushalten ankommt. Und gleichzeitig müssen wir aufpassen, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. “Damit spricht er zufrieden die ausführenden Firmen an. Das Ziviltechnikbüro Schuster aus Wieselburg übernimmt die Projektierung und Bauaufsicht, ausgeführt werden die Arbeiten von der Scheibbser Firma Traunfellner.

Die Kosten von rund zwei Millionen Euro werden zu 58 Prozent von Bund (Kommunalkredit KPC) und Land (NÖ Wasserwirtschaftsfond) für den Infrastrukturausbau des ländlichen Raums unterstützt.