Stille statt Hochsaison im Wildpark Hochrieß. Coronakrise bedroht Existenz von Wildpark Hochrieß. „Tiere brauchen ihr Futter.“

Von Christian Eplinger. Erstellt am 08. April 2020 (04:34)

1976 hat Josef Distelberger senior den Wildpark Hochrieß gegründet. Ulrike und Josef junior haben den Wildpark samt Gasthaus und Fremdenzimmer ausgebaut und 2016 schließlich an ihre Söhne Matthias und Philipp übergeben. „Und wir stehen jetzt in der Krise. Diese bedroht unsere Existenz, denn uns fehlen die Einnahmen auf allen Ebenen. Nur unsere 45 verschiedenen Tierarten brauchen auch in der Krise Pflege und entsprechendes Futter“, erläutert Matthias Distelberger beim Lokalaugenschein der NÖN. Auf der Weide genießen gerade die 20 Pferde und Ponys den Auslauf. Erst vor drei Tagen kam Fohlen Sissy zur Welt und auch bei den Ziegen gibt es jede Menge Nachwuchs.

Rund 15.000 Euro machen alleine pro Monat die Betriebskosten für Futter und Gehegeerhaltung aus. „Anders als andere Tierparke steht bei uns nicht die öffentliche Hand dahinter. Wir sind ein reiner Privatbetrieb und leben vor allem von den Ausflugsgästen sowie von der Querfinanzierung von Gasthaus und Beherbergung. Das alles fällt derzeit aus“, sagt Distelberger.

Gerade die Osterwoche und der Frühling bedeuten normalerweise im Wildpark Hochsaison. Jetzt herrscht dort Stille. Die zwölf Mitarbeiter hat man – mit Wiedereinstellungszusage – vorerst gekündigt. Das Verständnis der Mitarbeiter für die Situation war laut Distelberger groß. „Ein großes Danke dafür. Aber wir sind ein Familienbetrieb, da leiden alle mit und helfen alle zusammen“, weiß Distelberger.

Dennoch: Ohne Hilfe und Unterstützung weiß er nicht, wie es im Wildpark weitergehen wird. Ab Mittwoch versucht man zumindest, im Gasthaus Menüs anzubieten. Parallel hat der Förderverein Hochrieß einen Spendenaufruf gestartet (IBAN: AT17-3293-9000-0008-5001). „Vielleicht können wir so die Futterkosten halbwegs abdecken“, hofft Distelberger.