Ex-Weltmeister Pechhacker: „Das tut mir weh“. Ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel brachte Thomas Pechhacker eine Sperre wegen Dopings. „Situation ist ein Albtraum.“

Von Armin Grasberger. Erstellt am 18. Februar 2020 (01:12)
Da war die Welt noch in Ordnung. Thomas Pechhacker (l.) holte 2018 den Weltmeistertitel. Nun ist er, wegen vermeintlichen Dopings, für acht Monate gesperrt.
Leo Zhukov

„Wer mich kennt oder mit mir schon einen Wettkampf gefahren ist, der weiß, dass ich immer fair bin und nie dopen würde. Die aktuelle Situation ist ein Albtraum für mich.“

Ex-Weltmeister Thomas Pechhacker wurde die Einnahme verbotener Stimulanzien nachgewiesen. Die Konsequenz: Acht Monate Sperre. Im Gespräch mit der NÖN Erlauftal erklärt der Purgstaller: „Es handelt sich dabei um eine Substanz, die nur im Wettkampf verboten ist, im Training aber ganz normal verwendet werden darf. Selbstverständlich gelangte diese Substanz nicht absichtlich in meinen Metabolismus. Schuld war ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel.“ Die nun nachgewiesene Substanz war laut Pechhacker nicht auf dem Etikett des Präparats angeführt und wurde „unzulässig verarbeitet“.

„Das alles konnte in einem Labor bewiesen werden. Der Welt-Radsportverband erkennt an, dass das unbeabsichtigt passiert ist und ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel der Grund war“, erklärt Pechhacker. Deshalb wurde auch lediglich rückwirkend eine achtmonatige Sperre ausgesprochen, die am 13. Juni ausläuft. Normalerweise folgt auf Dopingvergehen eine zweijährige Auszeit.

Der Purgstaller ist am Boden zerstört. „Hinter meiner Karriere steckt jahrelanges, hartes Training. Und wenn dann so etwas passiert, dann fragt man sich schon: warum?“ Es ist dabei gar nicht unbedingt die Sperre, die aufs Gemüt drückt. „Die öffentliche Verurteilung ist das, was wirklich weh tut. Ich appelliere an alle, sich zu informieren, wie es zur Sperre gekommen ist, bevor sie voreilige Schlüsse ziehen.“ Pechhackers Kampfgeist wurde allerdings auch geweckt: „Die Sache wird mich nicht von meinem Weg abbringen.“