Akademie Wintereck kommt mit Spenden gut über Runden. St. Anton an der Jeßnitz: Für die Akademie Wintereck brachte 2020 so manche Herausforderungen mit sich. Im Großen und Ganzen verlief es aber positiv.

Von Anita Schwaiger. Erstellt am 16. Dezember 2020 (03:21)
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Joe und Kathrin Müllauer sowie Tochter Lara freuen sich nach diesem außergewöhnlichen Jahr schon auf ein ruhiges, besinnliches Weihnachtsfest auf ihrem Hof. 
Anita Schwaiger

Auf ein Jahr mit der ein oder anderen Herausforderung blicken auch Kathrin und Joe Müllauer zurück. Sie betreiben die „Akademie Wintereck“. Zahlreiche Angebote wie Schule am Bauernhof, Lern- Legasthenie- und Dyskalkulietraining, Reitpädagogik sowie tiergestützte Intervention bieten sie auf ihrem Hof an.

Das Jahr startete vielversprechend für die Akademie: „Wir hatten viele Anfragen“, erzählt Kathrin Müllauer. „Allerdings durften wir während des ersten Lockdowns keine Therapien anbieten. Das war finanziell härter. Ein Spendenaufruf hat uns über die Runden geholfen“, erzählt sie. Den Tierbestand, der sich aus drei Hunden, fünf Pferden, vier Schweinen, sechs Schafen, sechs Kaninchen und zehn Therapiehühnern zusammensetzt, mussten sie nicht reduzieren.

Der Sommer verlief einigermaßen „normal“. Die Feriencamps konnten durchgeführt werden und auch die Sicherheitsmaßnahmen haben die Arbeiten in den Sommermonaten kaum eingeschränkt. „Derzeit sind die Auflagen schon sehr streng mit den vorgegebenen Quadratmetern pro Person. Vor allem in Innenräumen ist das schwierig“, gibt Müllauer zu bedenken.

Im Großen und Ganzen hatte also Corona (mit Ausnahme vom ersten Lockdown) nur geringe Auswirkungen auf ihre Arbeit bzw. auf ihr Arbeitsjahr.
Es steckt mehr dahinter als nur Tiere streicheln

Eines ist klar: Hinter den Angeboten der Akademie Wintereck steckt mehr als nur reines Tierestreicheln. „Jemand mit einer tiergestützten und sozialen Ausbildung plant, welche Settings er mit den Klienten macht, damit sie davon profitieren, ohne dass es auf Kosten der Tiere geht“, erklärt Müllauer. Zum einen braucht es eine Grundausbildung im sozialen Bereich und zum anderen zahlreiche tiergestützte Zusatzqualifikationen. Eines ist für sie ärgerlich: „Es ergibt für mich keinen Sinn, dass eine tiergestützte Arbeit nur 50 Euro kosten soll. Ein Psychotherapeut oder ein Logopäde verlangen 60, 70, 80, 90 Euro aufwärts in der Stunde. Sie machen auf jeden Fall eine sehr gute Arbeit, dennoch ist es kein Bauernhof, den sie erhalten müssen.“

Die Tiere werden bei den Müllauers bezüglich Verhalten, Gesundheitszustand und Haltung überprüft. „Wir sind seit September letzten Jahres auch mit der Green Care-Hoftafel ausgezeichnet. Die Qualität ist somit gewährleistet und wird auch laufend kontrolliert“, versichert Müllauer, die sich nach diesem Jahr schon auf ruhige, besinnliche Weihnachten freut.