Almhaus trotz Austritt erfolgreich. Nach dem Austritt der Gemeinde St. Anton aus dem Verein Naturpark Ötscher-Tormäuer befürchtete das Almhaus Hochbärneck Einbußen. Die Saison entwickelte sich jedoch äußerst positiv.

Von Anita Schwaiger. Erstellt am 05. November 2020 (16:50)
Die Sorgen der Almhaus-Wirtin Erika Pieber waren umsonst. Trotz Austritts der Gemeinde aus dem Verein Naturpark Ötscher-Tormäuer verlief die Sommersaison positiv. Grund dafür: Die Alm Hochbärneck ist im Naturparkgebiet noch immer enthalten und aufgrund der Pandemie kamen viele heimische Besucher in den Naturpark.
Hochbärneck

„Ich habe mir gedacht, dass es schlimm werden wird“, schildert Erika Pieber, die Pächterin des Almhauses Hochbärneck, im Gespräch mit der NÖN. Ein halbes Jahr ist es her, dass die Gemeinde St. Anton dem Verein Naturpark Ötscher-Tormäuer den Rücken gekehrt hatte. Groß war der Ärger der anderen Naturparkgemeinden Mitterbach, Annaberg, Puchenstuben und Gaming. Da St. Anton nur aus dem Verein ausgetreten war aber nicht aus dem Naturpark, blieb auch die Alm Hochbärneck im Naturpark inkludiert.

Trotzdem war es für das Almhaus ungewiss, inwiefern sich der Austritt auf das Geschäft auswirken wird. Immerhin war die Vereinsmitgliedschaft von St. Anton scheinbar ein wichtiges Aushängeschild für den Betrieb. Pieber befürchtete Einbußen.

Heute blickt die Wirtin schon gelassen auf die Situation. „Meine Befürchtungen, die ich im Mai hatte, haben sich zum Glück nicht erfüllt. In der Sommersaison hatten wir keine Einbußen wegen dem Austritt. Die Menschen wissen ja, dass sie trotzdem im Naturpark wandern“, erzählt die Wirtin. Dennoch haben sich nach dem Austritt viele Wanderer und Gäste die Frage gestellt, ob die Alm nun noch zum Naturpark gehört oder nicht.

Im Großen und Ganzen ist Pieber zufrieden mit der Saison, trotz Herausforderungen. Wie sich zeigte, hatte eher Covid-19 Auswirkungen auf die Besucherzahlen – allerdings zugunsten des Almhauses. „Trotz Corona waren wir sehr gut besucht. Viele haben ja auch in Österreich Urlaub gemacht, davon haben wir, genauso wie andere heimische Betriebe, profitiert“, schildert die Wirtin. Vor allem die vergangenen Herbstwochenenden waren gut besucht. Nun hat das Almhaus – so wie alle Gastronomiebetriebe im Land – die Türen für Besucher geschlossen.

Nun hofft man auf eine gute Wintersaison

Wenn keine Verlängerung der strengen Maßnahmen für die Gastronomie dazwischen kommt, öffnet das Almhaus wieder am 18. Dezember. Eines wünscht man sich heuer am Hochbärneck ganz besonders: Schnee. Und nach dem vergangenen Winter umso mehr. „Letzten Winter hatten wir keinen einzigen Tag den Lift in Betrieb, aber das Wetter kann man schließlich nicht beeinflussen“, erzählt sie. Noch ist man auf der Alm aber optimistisch. „Wir rechnen mit vielen Wintersportlern. Wir glauben nämlich, dass heuer, eben wegen Corona, auch viel bei den kleinen Skigebieten los sein wird, und nicht nur bei den großen“, vermutet sie.

Bis es allerdings so weit ist, müssen zuerst Schneeflocken fallen und die Infektionszahlen zurückgehen.