Eine Hufschmiedin mit Leib und Seele. Magdalena Karl aus St. Anton lernt den seltenen Lehrberuf „Hufschmied“. Die NÖN unterhielt sich mit ihr über ihre Tätigkeit.

Von Anita Schwaiger. Erstellt am 15. August 2020 (04:51)
Die 16-jährige Magdalena Karl lernt den Beruf Hufschmied. Dabei muss sie auch Hufe raspeln. Ebenso im Bild: Stute Mona Lisa.
Anita Schwaiger

„Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ – dieses Sprichwort trifft für viele Pferdeliebhaber zu. Für Magdalena Karl aus St. Anton ist jedoch auch der Huf von besonderer Bedeutung, denn die 16-Jährige ist im dritten Lehrjahr des Berufs Hufschmied.

Seit sie denken kann, ist Magdalena eine Pferdeliebhaberin. In der zweiten Klasse Hauptschule begann sie zu reiten. Ein Jahr später sammelte sie bereits die ersten Erfahrungen ihres jetzigen Berufs – und zwar beim Hufschmied Michael Pfeffer in Kienberg, der auch heute ihr Arbeitgeber ist.

„Für mich war klar, dass ich unbedingt einen Beruf mit Tieren machen wollte“, erzählt die 16-Jährige und fügt hinzu: „Es sollte einerseits nicht zu weit weg von zu Hause sein und andererseits wollte ich auch nicht studieren.“ Somit war schon einiges klar.

Allerdings gibt es nicht viele junge Menschen, die diesen Beruf auswählen. „In der zweiten Klasse Berufsschule in Mistelbach waren wir nur zu sechst. Das ist aber österreichweit die einzige Berufsschule für Hufschmiede“, erklärt sie.

Abwechslungsreiche Tätigkeit

Vor allem die Abwechslung gefällt der Pferdeliebhaberin besonders. Den ganzen Tag fährt sie von einem Pferde- beziehungsweise Eselstall zum nächsten. Ihre Tätigkeiten sind sehr vielseitig: Von Hufe ausschneiden und raspeln bis hin zum Eisen aufnageln ist alles dabei. Auch das Eisenschmieden ist für Magdalena Karl nicht mehr fremd. Geschmiedet wird übrigens auch bei ihr direkt vor der Haustüre: „Es steht eine kleine Feldschmiede zu Hause“, erzählt sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Neben ihrem Beruf und ihrer Leidenschaft für die Pferde beweist sie in ihrer Freizeit ihre Treffsicherheit mit Pfeil und Bogen und hilft ihren Eltern am landwirtschaftlichen Betrieb.

Ihre Berufswahl hat Magdalena Karl bis heute nicht bereut: „Es ist genau der richtige Beruf für mich“, antwortet sie ohne nur eine Sekunde zu zögern. „Das möchte ich auch in Zukunft machen“, ergänzt sie, während sie ihre Stute Mona Lisa tätschelt.