Lauter Einser in der „Akademie Mama“. Patrick Stutz (11) wurde zuhause unterrichtet und absolvierte Externistenprüfung mit ausgezeichnetem Erfolg.

Von Karin Katona. Erstellt am 03. Oktober 2019 (03:23)
privat
Birgit, Fabienne, Patrick (vorne, v.l.), Pascal, Philipp und Ronja Stutz (hinten, v.l.).

Ein Grund zur Freude ist ein gutes Zeugnis wohl für jeden. Im Fall des elfjährigen Patrick Stutz aus St. Georgen an der Leys freuten sich Schüler, Eltern und Lehrerin gleichermaßen. Denn Patricks Lehrerin ist seine Mama Birgit, die ihren Sohn zuhause unterrichtet hat. Mit einem tollen Abschlusszeugnis hat Patrick nun die „Akademie Mama“ abgeschlossen und geht in die NMS Oberndorf.

Zur Abschlussprüfung musste Patrick vor einer Kommission in Wien antreten. Den dicken Brief mit dem Zeugnis habe er erst gar nicht aufmachen wollen, sagt Birgit Stutz: „Aber dann habe ich schon gesehen, wie er strahlt. So ein tolles Ergebnis hatten wir beide nicht erwartet.“ Die fünffache Mutter hat Patricks ältere Geschwister Pascal (20), Philipp (17) und Ronja (16) in der Volksschulzeit zuhause unterrichtet. Die Geschwister hatten zunächst die Lernwelt Wolfpassing besucht.

Als diese schließen musste, versuchte es Birgit Stutz mit Heimunterricht. „Mir war wichtig, dass die Kinder beim Lernen nicht unter Druck stehen. Unser Schulsystem bevorzugt die guten Schüler. Wer nicht so gut mitkommt, bleibt über. Beim Unterricht zuhause kann man auf das individuelle Lerntempo eines Kindes eingehen“, sagt Stutz.

Keine fixen Stundenpläne

Auch fixe Stundenpläne mit stündlich wechselnden Gegenständen findet die ausgebildete Tagesmutter und Heimhilfe kontraproduktiv: „Meiner Meinung nach funktioniert Lernen besser, wenn das Kind die Möglichkeit hat, sich länger und intensiver mit dem Stoff zu beschäftigen.“

Das Argument, dass Kinder, die nicht in die öffentliche Schule gehen, keine Freunde haben, trifft auf Familie Stutz nicht zu. „Unsere Kinder haben durch Sportvereine und Musikschule viele Freunde. Patrick freut sich, dass er jetzt in der NMS Oberndorf mit seinen Freunden aus dem Fußballverein in die Klasse geht.“ Ihr Sohn, argumentiert Birgit Stutz, habe die Zeit zuhause gebraucht, um in das Schulsystem hineinzuwachsen: „Jetzt freut er sich jeden Tag auf die Schule.“