Stefan Schuster: „Gutes Miteinander war mein Ziel“. St. Georgens Langzeit-Bürgermeister Stefan Schuster wird bei den nächsten Gemeinderatswahlen nicht mehr kandidieren.

Von Karin Katona. Erstellt am 07. Juli 2019 (01:25)

Nach beinahe 20 Jahren als Bürgermeister von St. Georgen wird Stefan Schuster bei der Gemeinderatswahl 2020 nicht mehr antreten. Mit der NÖN sprach er über seine Zeit als Ortschef.

Sie haben sich entschlossen, sich aus dem Bürgermeisteramt zurückzuziehen – was ist der Plan?
Schuster: Ich mache diese Amtsperiode noch zu Ende und kandidiere bei den Gemeinderatswahlen 2020 nicht mehr. Im Parteivorstand wurde beschlossen, dass Vizebürgermeister Alois Mellmer als Spitzenkandidat die ÖVP in die Wahl führt.

NÖN: Woran denken Sie, wenn Sie sich an Ihre erste Zeit als Bürgermeister erinnern?
Am Anfang war es natürlich schon eine Herausforderung, obwohl ich durch meine sechsjährige Tätigkeit als Vizebürgermeister recht gut gewusst habe, was auf mich zukommt. Es war damals auch eine bewegte Zeit in der Gemeindepolitik.

Wie konnten Sie diese Herausforderungen meistern?
Als Bürgermeister muss man sich gut mit der Gemeindeordnung auskennen, sattelfest sein, was das Formelle betrifft, kann sich keine Fehler erlauben. Ich habe in der Gemeinde ein tolles Team, auf das ich mich verlassen kann, aber letztendlich habe ich die Verantwortung zu tragen. Vieles von unserer Arbeit sieht der Bürger nicht.

Was war für Sie in Ihrer Amtszeit immer wichtig?
Den Menschen zuzuhören und ihre Anliegen ernst zu nehmen. Ein Problem, das einem Außenstehenden klein vorkommt, ist für den Betroffenen trotzdem wichtig. So wie man auf die Menschen zukommt, bekommt man es zurück. Ich glaube sagen zu können, dass ich mit der überwiegenden Mehrheit gut ausgekommen bin.

Sie sind also ein Mensch, der ein harmonisches Miteinander schätzt?
Genau. Ich habe immer versucht, zu erreichen, dass alle gut miteinander können. Ob das nun im Gemeinderat war, im Gemeindeamt, bei den Vereinen oder generell im Ort. Das friedliche Miteinander beginnt im kleinsten Bereich.

Trifft das auch auf den politischen Bereich in der Gemeinde zu?
Ich denke schon. Die turbulenteren Zeiten sind vorbei. Bei uns herrscht ein gutes Einverständnis zwischen den Gemeinderats-Fraktionen. Das zeigt sich schon daran, dass wir fast nur einstimmige Gemeinderatsbeschlüsse haben.

Was wollten Sie als Bürgermeister für St. Georgen erreichen?
Die Gemeinde muss in erster Linie dafür sorgen, dass die Infrastruktur gut in Schuss ist und gut funktioniert. Aber darüber hinaus ist es auch wichtig, den Menschen einen Ansporn zu geben, gemeinsam den Ort schön und lebenswert zu machen, damit wir uns alle hier wohlfühlen können.

Welche Projekte sind in St. Georgen in Ihrer Amtszeit verwirklicht worden?
Der Um- und Neubau von Volksschule und Kindergarten, der Dorfplatz und das neue, gemeinsame Vereinshaus von Musikverein und Feuerwehr. Derzeit ist schon der nächste Kindergarten Um- und Zubau im Gang, der im September fertig werden soll. Im Herbst wird der neue Spielplatz im Ortszentrum eröffnet und der Hochbehälter Ödwies geht in Betrieb.

Was waren Ihre persönlichen Highlights?
Am schönsten waren die Neujahrsempfänge. Es ist immer wieder schön, junge Leute vor den Vorhang zu holen, Menschen für das, was sie geschafft haben, auszuzeichnen.

Sie haben Ihr Amt neben Ihrem Zivilberuf ausgeübt –wie geht sich das aus?
Ich habe geschaut, dass ich jeden Tag mindestens einmal auf dem Gemeindeamt bin. Und ich habe Dienstagabend- und Fretagnachmittag-Sprechstunden eingeführt. Man braucht natürlich schon ein sehr gutes Zeitmanagement, damit auch für das Privatleben noch Raum bleibt.

Warum ist es schön, Bürgermeister von St. Georgen zu sein?
Weil St. Georgen eine schöne, sehr lebenswerte Gemeinde ist. Wir sind kein Tourismusort, aber wer hier lebt, hier zu Gast ist oder sich entschließt, hierher zu ziehen, wird sich wohlfühlen.

Was würden Sie sich wünschen, dass die Menschen einmal über Sie als Bürgermeister sagen?
Ich würde mir wünschen, dass man von mir sagt: Er hat immer sein Wort gehalten.