Geschwister im Tod wieder vereint. Pfarrer Anton Schachner verstarb am 27. August, seine Schwester Katharina zwei Tage später.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 08. September 2020 (15:51)
Anton und Katharina Schachner.
privat

Innerhalb von nur zwei Tagen sind Anton Schachner (82), Pfarrer in Ruhe von St. Georgen an der Leys, und seine Schwester und langjährige Bründler Pfarrhaushälterin Katharina Schachner (86) verstorben.

Anton Schachner wirkte nach seiner Priesterweihe 1963 als Kaplan in Ruprechtshofen, Oberwölbling, Neuhofen, Langschlag, Allentsteig, Traismauer, Sigmundsherberg, Benefiziat in Gresten und Provisor in Kasten, ehe er nach St. Georgen kam, wo er 1976 Pfarrer wurde. Im gleichen Jahr promovierte er an der Universität von Salzburg zum Doktor der Theologie.

Als Pfarrer von St. Georgen an der Leys betreute er längere Zeit auch die Pfarre St. Gotthard mit und wirkte von 1995 bis 2003 als Spiritual am Priesterseminar in St. Pölten. 1996 bis 2006 hatte er einen Lehrauftrag für Liturgik und Sakramententheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule inne. Diözesane Aufgaben kamen ihm auch als Diözesanrichter und als Vertreter der Diözese in der Liturgischen Kommission Österreichs zu.

„Der Priester ist wie eine Monstranz. Seine Aufgabe ist es, Jesus zu zeigen. Er selbst muss sich zurücknehmen und zulassen, dass man nur Jesus sieht.“ Dieser Satz von Charles de Foucauld, heißt es im Nachruf auf Pfarrer Schachner von Bischof Alois Schwarz, sei die prägende Maxime von Schachners Spiritualität gewesen. „Pfarrer Schachner war hoch gebildet, sehr feinsinnig und kunstsinnig. Besonders die Romanik hatte es ihm angetan und er konnte über Kunstwerke ins Schwärmen geraten“, sagt der Bischof.

„Für alle einfühlsamer, guter Zuhörer“

Bischof Schwarz hebt auch die menschlichen Qualitäten von Pfarrer Anton Schachner hervor: „Er war für alle, die sich ihm anvertraut haben, ein teilnehmender Zuhörer. Viele, sei es in der Pfarre, oder auch im Seminar, schätzten ihn sehr. In den Schwierigkeiten des Priesterseminars bewahrte er seine Geradlinigkeit und gab 2003 seinen Posten als Spiritual auf.“

2013 verabschiedete sich Pfarrer Anton Schachner von seiner Pfarre St. Georgen an der Leys und zog in das Haus seiner Schwester Katharina in Hollenstein. „Infolge seiner zunehmenden Demenzerkrankung engte sich sein Lebenskreis weiter ein“, schreibt Bischof Alois Schwarz in seinem Nachruf. In der Nacht des 27. August verstarb Pfarrer Anton Schachner, nur zwei Tage später starb seine Schwester Katharina.

Die Begräbnisliturgie für die verstorbenen Geschwister fand am vergangenen Freitag, 4. September, in der Pfarrkirche Hollenstein an der Ybbs statt. Auch in St. Georgen gedachte man des beliebten Priesters. Am vergangenen Donnerstag wurde für ihn und seine Schwester eine Totenmesse gehalten.