Jeder Einzelne trägt zum Erfolg bei. Intensive Theaterarbeit Das Ensemble des Stadt.Theater probt Liliom – ein schweres Stück, für das die Schauspieler über sich hinaus wachsen müssen.

Von Karin Maria Heigl. Erstellt am 18. April 2019 (04:50)
Tutschek/Stadt.Theater
Bei Liliom auf der Bühne, von links: Ulrich Schmalzl, Anna Lothspieler, Michael Scheruga, Ulrike Flacke, Hannes Distelberger, Sigi Schmalzl, Peter Brandstetter, Sonja Gerersdorfer, Paula Scheruga, Rudi Höller und Gabriela Scheruga.

Vom Schulwart über die Arbeitspsychologin bis hin zur Landwirtin, von der Schülerin bis zur Pensionistin. Das Wieselburger Liliom-Ensemble ist eine sehr bunte und umso interessantere Gruppe. Die zwölf Personen haben im Wesentlichen nur eines gemeinsam: die Probenarbeit für Liliom und die Begeisterung für’s Theater. „Durch die doch recht intensive Zusammenarbeit sind wir trotz aller Unterschiedlichkeit schnell zusammen gewachsen. Das gemeinsame Theaterstück verbindet uns und jeder ist ein wichtiger Teil davon“, erklärt Gabriela Dorn-Scheruga.

zVg

Sie ist studierte Dolmetscherin, arbeitet als selbstständige Trainerin und als Dozentin an der FH St. Pölten. Als Mama von drei Kindern ist es für sie oft schwierig, für die stundenlangen Proben Zeit zu finden. Und ähnlich ergeht es auch allen anderen. Als außerberufliche Schauspieler – wie ihre Regisseurin Christina Meister-Sedlinger sie gerne nennt – haben sie neben ihrem Alltag eine große Herausforderung angenommen. Bis zu 15 Stunden Theaterproben in der Woche, die alle Beteiligten manchmal körperlich und emotional an ihre Grenzen bringen. Dennoch sind die Mitwirkenden froh, Teil des Liliom Ensembles zu sein – und auch stolz auf die Fortschritte, die sie von Probe zu Probe machen. „Man entwickelt die Rolle und dadurch sich selbst weiter, das vergrößert auch den Horizont“, zeigt sich Johannes Sonnleitner begeistert. Er ist in der Rolle des Ficsur ein echter Gewinn für das Stück.

Die pensionierte Deutschprofessorin Ulrike Flacke liebt die Bühne und ist von dem Drama begeistert: „Es ist ein besonderes, sehr anspruchsvolles Stück“.

Paula Scheruga ist das Kücken im Ensemble. Mit unglaublichem Talent bringt die Zwölfjährige sich in die Produktion ein und ist neben der Schule bei fast jeder Probe. Das Schwierigste ist für sie, zu sehen wie der Papa (Michael Scheruga) eine „fremde Frau“ küsst: „Das ist komisch, obwohl ich weiß, dass es nur gespielt ist.“ Sonja Gerersdorfer beschäftigt sich sehr intensiv mit ihrer Rolle der Julie: „Die Figur ist vielschichtig und facettenreich, berührend und verstörend“.

Jetzt vor der Premiere werden die Proben noch intensiver und auch das sogenannte Regieteam ist im Dauereinsatz: Bühnenbildner, Souffleuse und viele helfende Hände hinter den Kulissen.

Mit dem Stück „Liliom“ hat Regisseurin Christina Meister-Sedlinger ein anspruchsvolles Stück für das Ensemble ausgesucht. „Wir wollten etwas mit Tiefgang spielen und das Schöne daran ist, dass sich das Publikum aus dem Stück wirklich etwas mitnehmen kann.“